Hund entlaufen – was ist zu tun?

Verfasst von Kerstin S.
Hund entlaufen

Ist der Hund in der Stadt entlaufen, steigt das Risiko für gefährliche Unfälle – aber auch die Wahrscheinlichkeit, dass er schnell gefunden wird.

Ob beim Freilauf weggelaufen, von zu Hause ausgebüxt oder gestohlen: Allein in Deutschland wurden 2021 rund 31.000 Hunde beim Haustierregister TASSO als vermisst gemeldet. Wir geben Tipps, mit denen Sie Ihren entlaufenen Hund schnell wiederfinden.

Ruhe bewahren

Wichtig ist vor allem: Ruhe bewahren. Oft hält der Vierbeiner sich in der unmittelbaren Umgebung auf. Bleiben Sie stehen, rufen Sie seinen Namen.

Gehen Sie maximal bis zur letzten Stelle, wo Sie Ihren Hund gesehen haben, und warten dort. Es kann ein oder zwei Stunden dauern, bis ein Hund, der eine Fährte – oder eine läufige Hündin – verfolgt, zurückkehrt.

Auch eine Möglichkeit: Vielleicht hat Ihr Hund sich auf den Weg nach Hause oder zum Auto gemacht. Aufteilen, Telefonieren oder Passanten um Hilfe bitten, kann sinnvoll sein.

Tipp: Ein GPS-Tracker bietet Sicherheit – damit wissen Sie immer, wo Ihr Hund sich gerade aufhält.

Wichtige Ansprechpartner informieren

Ihr Vierbeiner ist in der näheren Umgebung nicht auffindbar? Dann informieren Sie das örtliche Tierheim, die Polizei und nahe Tierarztpraxen. Ihr Hund ist im Wald entlaufen? Melden Sie dies beim zuständigen Förster.

Tiermelderegister kontaktieren

Anmelden lohnt sich: Im besten Fall haben Sie Ihren Hund vorab bei einem Haustierregister registriert. In Deutschland sind das TASSO und FINDEFIX, das zum Deutschen Tierschutzbund gehört.

Hier können Sie Ihr Haustier als vermisst melden und eine Online-Suchmeldung mit Foto erstellen. Diese wird auf den jeweiligen Portalen und gegebenenfalls in den zugehörigen Apps veröffentlicht.

Beide Haustierregister haben eine 24-Stunden-Hotline, die Sie im Fall des Falles kontaktieren können.

Hundechip wird ausgelesen © didesign / stock.adobe.com
Ist der Hund via Chip in einem der großen Haustierregister gemeldet, kann sein Besitzer schnell informiert werden.

Eigene Suchmeldung erstellen

Die Suchmeldungen der Haustierregister können Sie für die Suche in der Umgebung verwenden, indem Sie sie ausdrucken oder sich zusenden lassen.

Wenn Sie eine eigene Suchmeldung erstellen möchten, achten Sie auf folgende Inhalte:

  • Auffällige Überschrift: „Hund entlaufen“
  • Ein gutes Farbfoto des Hundes
  • Datum: Seit wann wird der Hund vermisst?
  • Ort: Wo ist der Hund entlaufen?
  • Name des Tieres und gegebenenfalls Chipnummer oder Tätowier-Nummer
  • Ihre Kontaktdaten
  • Besondere Merkmale (ängstlich, hinkt, spezielle Fellzeichnung etc.)

Suchmeldung verteilen

Vervielfältigen Sie die Suchmeldung und hängen Sie sie rund um Ihr Zuhause aus und auch dort, wo der Hund entlaufen ist.

Achtung: Das Verteilen an Laternenmasten und Bäumen wird meist toleriert, ist offiziell aber in vielen Ländern, zum Beispiel in Deutschland, nicht erlaubt. Wer kein Bußgeld riskieren möchte, fragt das Ordnungsamt oder Forstamt um Rat.

Hängt die Suchmeldung im Freien, schützen Folien sie vor Regen. Auch Tierarztpraxen, Hundeschulen, Supermärkte und andere Geschäfte sind gute Orte für Suchmeldungen nach vermissten Tieren. Fragen Sie vor dem Anbringen um Erlaubnis.

Soziale Netzwerke für Reichweite nutzen

Eine hervorragende Hilfe rund um die Haustiersuche sind die sozialen Netzwerke. Instagram und Facebook eignen sich gut, um Suchmeldungen mit anderen zu teilen. Hier können Sie die Suchmeldung rund um den entlaufenen Hund hochladen und Follower sowie Freunde bitten, diese mit einem einfachen Klick zu teilen.

Sie werden sehen: Auch viele unbekannte Tierfreunde werden helfen und Sie unterstützen, vielleicht sogar eigene Beiträge erstellen. Online können Sie mehrere gute Fotos Ihres Hundes auf Facebook und Co. veröffentlichen.

Macht ein Finderlohn Sinn?

Es gilt sorgfältig abzuwägen, ob ein Finderlohn Sinn macht. Vermisste Hunde und Katzen ziehen leider Betrüger an. Manche behaupten, der Hund sei verletzt gewesen, es seien Tierarztkosten zu begleichen: Erst Geld, dann Hund – hier ist größte Skepsis angesagt.

TASSO empfiehlt, auf einen Finderlohn zu verzichten. Ebenso wie auf die eigenen Kontaktdaten (Telefonnummer, E-Mail) in der Suchmeldung. Bei den großen Haustierregistern ist eine Suchmeldung deshalb anonymisiert: Finder rufen die Hotline an, die wiederum den Kontakt zwischen Halter und Finder herstellt.

Weitere Tipps für die Suche nach einem vermissten Hund

Folgendes kann ebenfalls dabei helfen, Ihren entlaufenen Hund wiederzufinden:

Wildtierkameras installieren

Nach Sichtmeldungen in bestimmten Gebieten können Futterstellen in Kombination mit einer Wildtierkamera dabei helfen, den entlaufenen Hund aufzuspüren. Es ist wichtig, andere Hundehalter mit Hinweisen in der Umgebung über die Futterstelle zu informieren.

Experten aus dem Tierschutz können Ansprechpartner rund um mögliche Fangversuche mit einer Lebendtierfalle sein.

Suchhunde als Hilfe?

Suchhunde sind nicht immer die beste Idee rund um die Suche nach vermissten Artgenossen. Sie können dazu führen, dass ängstliche Hunde sich weiter entfernen. Eine Option sind sie zum Beispiel, wenn ein Hund mit Schleppleine oder nach einem Unfall entlaufen ist.

Wer Suchhunde in Erwägung zieht, sollte sich vorher ausführlich vom jeweiligen Anbieter beraten lassen.

Weitersuchen – auch nachts

Sie haben eine Vermutung, in welchem Gebiet Ihr vermisster Hund sich aufhält? Gehen Sie insbesondere nachts dort auf die Suche und rufen dabei seinen Namen. Suchtrupps mit mehreren für den Hund fremden Menschen sind eher kontraproduktiv.

Dies gilt besonders für ängstliche Hunde. Ein entlaufener Hund sieht große Gruppen rufender Menschen als Gefahr an und wird vor ihnen fliehen.

Optimistisch bleiben

Behalten Sie die Hoffnung: Von den eingangs erwähnten 31.000 jährlich bei TASSO in Deutschland als vermisst gemeldeten Hunden findet die große Mehrheit von 30.000 Hunden wieder zu ihrem Besitzer zurück.

Entlaufener Hund kehrt zurück © DoraZett / stock.adobe.com
Bleiben Sie zuversichtlich: Die große Mehrheit der Mensch-Hund-Teams findet wieder zueinander.

Hund entlaufen? Die wichtigsten Fragen und Antworten!

Zum Schluss beantworten wir die am häufigsten gestellten Fragen rund um entlaufene Hunde:

Wie lange bleiben entlaufene Hunde weg?

Die meisten Hunde bleiben nur zwei bis vier Stunden weg. Dann kehren sie zu dem Ort zurück, von wo sie entlaufen sind.

Wie weit laufen Hunde weg?

Wie weit Hunde weglaufen, können wir pauschal nicht beantworten, denn es hängt von vielen Faktoren ab. Ein Jagdhund kann einer Fährte über viele Kilometer folgen. Auch ein ängstlicher Hund kann sich in kurzer Zeit weit entfernen.

Warum läuft der Hund plötzlich weg?

Wenn ein Hund plötzlich wegläuft, sind meist ein unkontrollierter Jagdtrieb, Läufigkeit oder mangelnde Impulskontrolle kombiniert mit schlechter Erziehung die Ursache. Auch eine mangelnde Bindung kann dazu führen, dass der Hund das Weite sucht.

Wie verhält sich ein entlaufener Hund?

Ein entlaufener Hund verhält sich instinktgesteuert: Er wird Nahrung und Wasser suchen. Viele Hunde verstecken sich vor Menschen.

Wie kann man einen entlaufenen Hund anlocken?

Wer eine Futterstelle wie oben erwähnt einrichten möchte, kann seinen Hund mit seinem Lieblingsfutter oder besonders intensiv riechenden Snacks wie grünem Pansen anlocken.

Wie lange kann ein entlaufener Hund überleben?

Dies hängt von der Konstitution des Hundes ab: Ein gesunder entlaufener Hund kann viele Wochen und Monate im Freien überleben. Natürlich ist es gefährlicher, wenn er in der Nähe von Straßen stromert, da die Unfallgefahr steigt.

Viel Erfolg bei der Suche

Wir wünschen allen Hunde- und Katzenfreunden, die ihren vierbeinigen Liebling vermissen, ein baldiges Wiedersehen.

Quellen:


Kerstin S.
puppy

Das zooplus-Forum war für mich der Einstieg ins freiberufliche Schreiben: Hier kamen 2011 interessierte Katzenfreunde zusammen, um ein eigenes Print-Magazin namens „Pfotenhieb“ zu entwickeln. Neben meinem Germanistik-Studium durfte ich einige Beiträge für den „Pfotenhieb“ verfassen. Heute widme ich mich, mittlerweile als glückliche Hundehalterin, vor allem Tier- und Gesundheitsthemen.


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Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Hund glücklich ist, ist dann besonders hoch, wenn er ausgelastet ist. Das erreichen Sie unter anderem dadurch, dass Sie sich viel mit ihm beschäftigen. Zum Beispiel, indem Sie einen großen Anteil des Tages dem gemeinsamen Spiel widmen.

Auch hochwertiges Futter ist für seine körperliche und seelische Gesunderhaltung und damit für seine positive Stimmungslage maßgeblich entscheidend.

Endgültigen Aufschluss über die Zufriedenheit Ihres geliebten Vierbeiners gibt letztendlich nur das Hormonbild.