Pony

Verfasst von Sabrina Quente
Pony auf Weide

Ponys sind zumeist lebensfroh bis ins hohe Alter.

Auch wenn es klein und niedlich ist, muss sich das Pony keineswegs hinter anderen Pferderassen verstecken. Seine charakterliche Größe beweist das kleine Pferd vor allem im Umgang mit Reitanfängern – und auch für Kinder ist es bestens geeignet.

Aussehen: Pferde im Miniaturformat

Im Gegensatz zu anderen Pferderassen sind Ponys leicht als solche zu erkennen: Sie zeichnen sich durch ihre kompakte Größe aus. Das Stockmaß beträgt in Deutschland höchstens 148 Zentimeter, mit Hufen sind es 149 Zentimeter. Bei Turnieren nehmen es die Veranstalter noch genauer und unterscheiden die folgenden Ponygrößen:

  • K-Pony: bis 127 cm Stockmaß
  • M-Pony: 128 bis 137 cm Stockmaß
  • G-Pony: 138 bis 148 cm Stockmaß

Große Ponys mit einem Stockmaß von 138 bis 148 Zentimeter nennt man mitunter Endmaßponys. Früher wurde es auch Kleinpferd genannt, um es von Großpferden abzugrenzen. Allerdings ist heute der Begriff Pony geläufiger.

Das Exterieur ist beim Pony kompakt, seine Beine und der Hals sind kräftig und kürzer als bei großen Pferden. Auch Kopf, Ohren und Maul sind bei vielen Ponyrassen deutlich kleiner gezüchtet.

Schweif und Mähne sind dick und voll, bei den Fellfarben gibt es eine große Vielfalt: Alle Grundfarben sind vertreten und bei Ponyrassen wie den Shetlandponys sind sogar Farbvarianten wie Schecken zu finden.

Das kleinste Pony der Welt

Als kleinste Rasse gilt die Miniaturponyrasse Falabella mit einem Stockmaß von nur 30 bis 84 Zentimetern. Mit seinem 34-Zentimeter-Stockmaß ist auch das American Miniature Horse außerordentlich klein – allerdings handelt es sich dabei um ein Miniaturpferd, dessen Proportionen sich denen der Großpferde annähern sollen. Ein Minipferd ist also nicht das gleiche wie ein Pony oder ein Zwergpony.

Ein Pony und ein anderes Pferd
Im direkten Vergleich von Großpferd und Pony zeigen sich die Unterschiede im Exterieur deutlich.

Charakter: Willensstarke Zwerge

Ähnlich wie das Warmblut begeistert auch das Pony viele Pferdefreunde mit seinem freundlichen und warmherzigen Wesen. Es ist ausgeglichen, hat aber dennoch Temperament und seinen eigenen Kopf.

Lassen Sie sich von der Körpergröße der Minipferde nicht täuschen: Die kleinen Pferde sind stärker als sie aussehen, besonders wenn sie ihren Willen durchsetzen wollen. Das Shetlandpony gilt beispielsweise auf seine Größe bezogen als eines der stärksten Pferde.

Doch auch wenn das Pony ein kleiner Sturkopf sein kann, lässt es sich mit Geduld und Zuwendung mühelos ausbilden. Ein wohlerzogenes Pony ist gutmütig und folgt seinem Halter gern auf Schritt und Tritt.

Wie Pferde ticken und wichtige Tipps für die Erziehung lesen Sie in unserem Pferdemagazin.

Eignung: Für wen eignen sich Ponys am besten?

Das Pony wird gern als Freizeitpferd eingesetzt, auch als Showpferd, vor der Kutsche und im Dressurturnier macht es eine gute Figur.

Man sagt ihm zudem nach, der beste Begleiter für junge Reitanfänger zu sein. Doch auch Erwachsene können ein Pony reiten. Geeignet als Reitpony für etwas größere Reiter sind zum Beispiel Haflinger oder Isländer. Wichtig sind dabei jedoch ausgeglichene Größen- und Gewichtsverhältnisse zwischen Reiter und Pony.

Pony-Vorteile für Einsteiger

  • Der Aufstieg fällt bei der niedrigen Körperhöhe besonders leicht.
  • Der stämmige Ponyrücken bietet Einsteigern einen guten Halt.
  • Die Proportionen vereinfachen dem Reiter das Balancieren während des Trabs oder Galopps.
  • Mit ihren kleinen und kompakten Hufen sind sie auch im Gelände trittsicher.
  • Mit ihrem entspannten Wesen laden Ponys selbst unerfahrene Reiter ganz selbstverständlich ein, auf ihnen zu reiten und nehmen Einsteigern so die anfängliche Scheu.

Sie möchten, dass Ihr Kind auf einem Pony reiten lernt? Hierfür bieten sich verschiedene Ponyrassen an.:

Beliebt als Reitpony ist beispielsweise das Shetlandpony. Ein Deutsches Reitpony glänzt besonders bei Dressur und Springen, Haflinger gelten als Allrounder und punkten auch im Fahrsport oder im Westernreiten. Wichtig ist der Charakter, der zu Ihrem Kind und dem gewünschten Einsatzzweck passen sollte.

Haltung: Welche Ansprüche stellt ein Pony an seinen Besitzer?

Ein Pony bewegt sich normalerweise mehrere Stunden täglich und braucht deshalb ausreichend Auslauffläche. Wie die meisten seiner Artgenossen hat das Kleinpferd ein ausgeprägtes Sozialverhalten und ist deshalb am liebsten in Gesellschaft anderer Ponys oder Pferde.

Um ihrem Drang nach Bewegung gerecht zu werden und den Kontakt zu Artgenossen zu fördern, ist die Haltung im Offenstall empfehlenswert. Dieser hat viele Vorteile gegenüber einer Box oder dem Laufstall: Hier kann das Pony spielen, liegen und anderen Pferden bei Bedarf aus dem Weg gehen.

Ein Unterstand schützt von oben wenn es regnet, hochwertige Einstreu und regelmäßige Reinigung schonen von unten die Hufe der Tiere. Kleine Wehwehchen lassen sich mit einer gut ausgestatteten Stallapotheke schnell lindern.

Lesen Sie mehr über den Offenstall und seine Vorteile gegenüber anderen Haltungsformen.

Weiden und Ausläufe sollten so eingezäunt sein, dass die Kleinpferde nicht darunter durchschlüpfen können. Für den heimischen Garten sind Ponys übrigens auf gar keinen Fall geeignet – es sei denn, das Grundstück ist groß genug für eine artgerechte Haltung der Tiere.

Fütterung: Fokus auf Raufutter und Mineralien

Das Pony ist leichtfuttrig, deshalb braucht es nur wenig Futter, um ausreichend Energie zu tanken. Raufutter wie Heu, Stroh oder Gras ist die Basis für eine artgerechte Ernährung.

Anders als beispielsweise ein Warmblut braucht das Pony weniger Kraftfutter, dafür aber genügend Mineralstoffe, die zum Beispiel Kräuter oder Ergänzungsfutter für die Weidehaltung liefern.

Allgemein sollte die Ernährung von Pferden und Ponys auf die Aktivitäten der Tiere abgestimmt sein, um Gewichtsprobleme oder Nährstoffmangel zu vermeiden.

Gesundheit: Lebensfroh bis ins hohe Alter

Ponys gehören zu den besonders robusten Pferdearten und können über 30 Jahre alt werden. Damit Ihr Liebling ein langes und gesundes Leben führen kann, sollten Sie die Gesundheit Ihres vierbeinigen Freunds stets im Blick behalten.

Wurmkuren sind empfehlenswert und Impfungen gegen Tetanus verpflichtend. Wenn Ihr Pony auf großen Weiden unterwegs ist, auf denen viel junges Gras oder Klee zu finden sind, besteht außerdem eine erhöhte Gefahr für Hufrehe.

Schon gewusst? Als ältestes Pony der Welt erlangte „Sugar Puff“ aus England Berühmtheit. Es wurde stolze 56 Jahre alt.

Kauf: Wie viel kostet ein Pony durchschnittlich?

Sie suchen ein kleines und liebes Freizeitpferd oder wollen Ihrem Kind den Einstieg ins Reiten erleichtern? Dann lohnt sich vielleicht der Kauf eines Ponys für Sie.

Der durchschnittliche Preis für ein Pony bewegt sich im unteren vierstelligen Bereich, junge Tiere sind jedoch bereits für etwa 600 Euro zu haben. Wenn Sie ein Pony kaufen möchten, werden Sie zum Beispiel bei einem Ponyzüchter fündig oder bei privaten Haltern.

Ihr neues Pony sollte über einen Equidenpass verfügen und Sie sollten sich vor dem Kauf möglichst genau über die Gesundheit und das Wesen des Tieres informieren.

Herkunft: Woher stammen Ponys?

Die Pferdezucht ist bereits viele tausend Jahre alt. In dieser langen Zeit haben sich verschiedene Pferderassen entwickelt. Viele Ponyrassen, die noch heute bekannt sind, entstanden in kargen Regionen und konnten dort den widrigen Bedingungen trotzen.

So stammt zum Beispiel das Shetlandpony von den Shetlandinseln, auf denen ungünstige Klima- und Bodenverhältnisse herrschen. Die kleinen, kräftigen Pferde zogen Anfang des 20. Jahrhunderts in den zoologischen Garten des Hamburger Tierparkbesitzers Carl Hagenbeck ein und begründeten die Ponyzucht in Deutschland.

Fazit: Kleines Pony mit großen Vorteilen

Mit einem Pony haben Sie und Ihre Kinder einen liebevollen Begleiter, der seinen höher gewachsenen Artgenossen in nichts nachsteht. Das Pony steckt voller Kraft und Charakter. Wer sich darauf einlässt, wird viel Freude mit seinem kleinen Vierbeiner haben. Die gutmütigen Kleinpferde bieten Einsteigern guten Halt, verzeihen Anfängerfehler und eröffnen damit auch den jüngsten Pferdefreunden die wunderbare Welt des Reitens.


Sabrina Quente
Sabrina Quente

Tiere begleiten mich schon, seitdem ich denken kann. Es existiert kaum ein Kinderfoto ohne Wellensittich auf dem Kopf oder Katze auf dem Schoß. Seit über zehn Jahren schreibe ich als Redakteurin über verschiedene Themen von der Krankenversicherung bis hin zur Katzenhaltung. Immer dabei: meine Katze Mimi, die für viele Texte die beste Impulsgeberin ist und weiß, wann es Zeit für eine Schreibpause ist.


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