14. März 2019 - Aktualisiert 15. März 2019

Artgerechte Katzenhaltung: Beratung für Katzenzüchter

abessinier auf kratzbaum

Wie jeder Tierhalter muss ein Katzenzüchter dafür Sorge tragen, dass er seine Tiere artgerecht hält. Im deutschen Tierschutzgesetz regelt  § 2, wie Tiere zu halten sind:

„Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,

  1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,
  2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,
  3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.“

Wir schauen uns diese drei allgemeinen Forderungen genauer an und beleuchten, was sie insbesondere für Katzenzüchter bedeuten. Das ist nicht nur für die Züchter selbst, sondern auch für Interessenten wichtig, die anhand der Haltungsbedingungen eine Katzenzucht besser einschätzen können.

Katzenhaltung: Ernährung, Pflege, Betreuung

Eine angemessene Ernährung ist immer Auslegungssache: Der eine barft, der andere gibt seiner Katze günstiges Trockenfutter – die Ernährung bleibt weiterhin Angelegenheit des Halters. Allerdings schützt das Gesetz Tiere vor dauerhafter Mangelernährung, beispielsweise vor zu wenig Futter oder vor Barfen ohne entsprechende Zusätze. Wenn Sie an einem Kitten aus einer bestimmten Zucht interessiert ist, fragen Sie ruhig nach, warum der Züchter ein bestimmtes Futter empfiehlt. Eine ausgewogene Ernährung der Katzen spricht für Kompetenz und erhöht die Wahrscheinlichkeit auf gesunde Kitten.

Auch die korrekte „Pflege“ sollte selbstverständlich sein. Wer eine Perserkatze nicht bürstet, so dass sie verfilzt, handelt nicht im Einklang mit dem Tierschutzgesetz. Wer eine Zuchtstätte besucht, sollte darauf achten, dass alle Katzen einen gepflegten Eindruck machen. Für angehende Züchter, insbesondere von Langhaarkatzen, gilt: Unterschätzen Sie nicht, wie viel Pflege das tägliche Kämmen und Bürsten von mehreren Katzen macht. Bereits mit den Kitten sollten kleine Pflegeroutinen eingeübt werden.

Da Züchten kein Hauptberuf ist, gehen die meisten Züchter einer Beschäftigung nach. Wenn Sie züchten möchten, aber einen Vollzeitjob ausüben, sollten Sie Familie oder Freunde in der Nähe haben, die Sie im Notfall unterstützen können. Einfacher ist es, wenn Sie beispielsweise selbstständig von Zuhause aus arbeiten und so ein Auge auf trächtige Katzen und ihre Kitten werfen können. Auch Rentner haben es diesbezüglich leichter. In jedem Fall sollten Sie den Aufwand für Katzentoilette-Reinigen, Vergesellschaftung, Interessenten-Besuche und Fahrten zum Tierarzt nicht unterschätzen, bevor Sie mit der Zucht starten. Tipp: Achten Sie darauf, dass Sie nicht zwei Würfe zur gleichen Zeit haben. Jeder Wurf wird Sie sehr beschäftigen – zwei auf einmal wären eine große Herausforderung, während der Sie vielleicht nicht allen Jungtieren gerecht werden können.

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Räumlichkeiten: Ausreichend Platz – auch für Kater

Wie groß eine Wohnung sein muss, damit sie für die Katzenzucht geeignet ist, ist nicht im Tierschutzgesetz geregelt. Dennoch sollten Sie, wenn Sie auf der Suche nach einem neuen vierbeinigen Familienmitglied sind, die Haltungsbedingungen der Elterntiere besonders unter die Lupe nehmen. Züchter haben meist mehr Tiere als andere Katzenfreunde, aber auch bei ihnen sollte es nicht ausarten. Wenn Sie einen Züchter besuchen, achten Sie darauf, ob alle Tiere ausreichend Rückzugsmöglichkeiten haben und genügend Katzentoiletten zur Verfügung stehen. Für den „normalen“ Katzenhaushalt gilt die Empfehlung: Nicht mehr als eine Katze pro Zimmer. Züchterhaushalte, die zudem oft sehr soziale Tiere gemeinsam halten, liegen oft über dieser Empfehlung. Doch auch hierbei gilt: Wer mit acht Katzen – Jungtiere ausgenommen – in einer Zwei-Zimmer-Wohnung lebt, setzt nicht nur sich selbst, sondern auch den Tieren (zu) enge Grenzen hinsichtlich ihres Lebensraums. Achtung: Bestimmte Hybridrassen wie die Savannah verlangen je nach Land bis zur dritten oder vierten Generation ein entsprechend großes Gehege. Apropos Gehege: Ein gesicherter Freilauf ist immer ein großer Bonus für jede Katzenzucht.

Die Schweizer Tierschutzverordnung ist bezüglich der Haltunsbedingungen expliziter: Hier ist beispielsweise geregelt, dass einzeln gehaltene Katzen Umgang mit Menschen haben müssen. Werden Katzen in Gehegen gehalten, müssen diese mindestens zwei Meter hoch sowie sieben Quadratmeter groß sein – eine reine Gehegehaltung ist jedoch nur vorübergehend erlaubt. Außerdem schreibt das Schweizer Tierschutzgesetz vor, dass Kratzgelegenheiten, erhöhte Ruhemöglichkeiten und Rückzugsorte sowie Beschäftigungsmöglichkeiten und pro Katze eine Katzentoilette vorhanden sein müssen.

Eine Herausforderung stellt für viele die Haltung von unkastrierten Katern dar: Einige unkastrierte Kater markieren mit streng riechendem Urin und sind darum nur schwer in einen normalen Haushalt zu integrieren. Andererseits sollte ein Kater nicht dauerhaft isoliert leben. Fragen Sie also, wenn Sie ihn nicht sehen, unbedingt nach dem Kater – sofern er im Haushalt lebt – und bekunden Sie Interesse, ihn kennenzulernen. Manche Züchter haben separate Räume, in denen ein Kater mit einer kastrierten Katze getrennt vom übrigen Rudel lebt. Im Idealfall ist ein kleiner gesicherter Freilauf an diese Räumlichkeiten angeschlossen. In keinem Fall sollte der Kater jedoch ohne regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen oder Menschen – damit meinen wir nicht nur die täglichen Fütterungszeiten – einzeln in einem Raum gehalten werden. Gut ist, wenn die Mutterkatze für die Geburt und die ersten gemeinsamen Wochen mit ihrem Nachwuchs ein eigenes Zimmer zu ihrer Verfügung hat, indem sie ungestört ist.

Der Zustand von Gebrauchsgegenständen wie Kratzbäumen oder Liegekissen ist bei Züchtern oft weniger repräsentativ als bei Tierfreunden, in deren Haushalt nur zwei Katzen leben. Das sagt allerdings nichts über die Qualität der Zucht aus: Es ist ganz normal, dass einige Gegenstände bei Züchtern schneller verschleißen.

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Know-how rund um artgerechte Katzenhaltung

Das deutsche Tierschutzgesetz fordert, dass Tierhalter über die erforderlichen Kenntnisse rund um Ernährung, Pflege und Unterbringung verfügen. Das klingt selbstverständlich und sollte für keinen seriösen Züchter ein Problem sein. Wenn ein Züchter auch Interesse an Ihren Kenntnissen zeigt, macht ihn das umso vertrauenswürdiger: Schließlich möchte er wissen, wo seine Schützlinge hinkommen. Viele Züchter geben ihre Katzen beispielsweise nicht in ungesicherten Freigang ab. Ebenso wichtig wie Wissen rund um Ernährung, Pflege und Haltung sind bei Züchtern allerdings Kenntnisse um Vererbungslehre und Krankheiten. Zu den Krankheiten zählen nicht nur erblich bedingte Krankheiten – inklusive möglichst umfassender Vorsorge – sondern auch Infektionskrankheiten. Diese können gefährlich für Kitten werden und sich in einem Haushalt mit vielen Tieren schnell verbreiten. Halten Sie sich darum daran, wenn ein Züchter Sie bittet, die Hände in seinem Haus zu waschen oder die Schuhe auszuziehen, insbesondere, wenn die kleinen Katzen noch keinen Immunschutz aufgebaut haben.

Fazit: Katzenzucht – auch eine Frage der Haltung

Ob Züchter oder „normaler“ Katzenfreund: Beide sollten Samtpfoten ein gutes Zuhause bieten. Für einen Züchter gibt es diesbezüglich jedoch mehr zu beachten, da die Haltung mehrerer geschlechtsreifer Katzen inklusive Nachwuchs besonders anspruchsvoll sein kann. Hierzu benötigt es ausreichend Zeit, Platz, Wissen und finanzielle Mittel, um defekte Kratzbäume zu ersetzen oder unerwartet hohe Tierarztrechnungen zahlen zu können. Für Interessenten gilt: Wer auf der Suche nach einer neuen Katze ist und sich verschiedene Catterys anschaut, sollte sich immer auch von einer artgerechten Haltung überzeugen. Kaufen Sie nicht aus Mitleid bei einem Züchter, der seine Samtpfoten schlecht hält. Das Angebot regelt die Nachfrage und so wird früher oder später ein weiteres Kätzchen den Platz von Ihrem einnehmen.

Was ist zu tun, wenn die Haltungsbedingungen nicht nur enttäuschend sind, sondern sogar gegen das Tierschutzgesetz verstoßen? Im Zweifel ist das jeweilige Veterinäramt zuständig. Auch die jeweiligen Vereine – und jeder seriöse Züchter gehört einem Verein an – haben bestimmte Richtlinien, die einzuhalten sind, und können bei Verstößen ein Ansprechpartner sein. Sprechen Sie jedoch immer erst den Züchter direkt auf fragwürdige Umstände an.

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