24. Mai 2017 - Aktualisiert 21. Juni 2018

Kastration bei Haustieren : Kastriert vs unkastriert?

kastration

Kastration

Es gibt viele Gründe für eine Kastration und ebenso viele Argumente gegen einen derartigen chirurgischen Eingriff. Ob Sie sich für eine Kastration Ihres Tieres entscheiden oder nicht, hängt immens von der jeweiligen Tierart und den Haltungsbedingungen ab.

Wann ist eine Kastration sinnvoll?

Kleintiere müssen in der Regel nicht kastriert werden. Sie laufen nur selten frei herum. Durch eine durchdachte Zusammensetzung der Gruppen kann eine Trächtigkeit oft zuverlässig vermieden werden. Anders sieht es natürlich bei einer größeren Gruppenhaltung aus oder dann, wenn medizinische Gründe einen Eingriff notwendig machen.

Auch Hunde sind oft einfacher zu „kontrollieren“, obwohl es auch hier schnell zu ungeplanten Deckakten kommen kann. Die Phase der Läufigkeit ist zudem extrem stressig für weibliche Hunde.

Bei Katzen sieht die Situation anders aus. Im Gegensatz zum Hund lassen sie sich nicht einfach an die Leine nehmen. Katzen haben ihren eigenen Kopf und Katzen mit Freilauf können nur schwer von Artgenossen ferngehalten werden. Selbst, wenn es nicht zum Deckakt kommt, ist die Zeit der Empfängnisfähigkeit, die Rolligkeit, extrem stressig für weibliche Katzen. Die Katze ist ständig in Bereitschaft, vergisst oft zu fressen, erbricht und nimmt ab. Bleibt die Empfängnis aus, kann es durch die hormonellen Veränderungen im Körper kommen – diese führen zu Erkrankungen wie Zysten, Gesäugetumoren oder Gebärmutterentzündungen. Hier kann eine Kastration durchaus sinnvoll sein! Männliche, nicht kastrierte Katzen streunen weiter als ihre kastrierten Artgenossen. Dies lässt die Gefahr von Verkehrsunfällen oder Kämpfen mit anderen Katzen extrem ansteigen.

Der Tierschutzgedanke

Dazu kommt der Tierschutzgedanke. Dass eine Kastration aus Tierschutzgründen Sinn macht, zeigt sich am Beispiel von Katzen: Ein Katzenpärchen kann in zehn Jahren bis zu 80 Millionen Nachkommen zeugen! Ob all diese Fellnasen jemanden finden, der sie füttert, sich um sie kümmert und sie regelmäßig dem Tierarzt vorstellt, ist zweifelhaft.

Hunde lassen sich vielleicht besser kontrollieren als Katzen, doch auch hier gibt es ungeplante Würfe. Die Nachkommen landen in besten Falle direkt im Tierheim – oder werden ausgesetzt. Aus Tierschutzgründen ist eine Kastration also durchaus sinnvoll!

Der Eingriff

Es handelt sich um eine Operation, bei der die Fortpflanzungsorgane des Tiers komplett entfernt werden. Das heißt bei männlichen Tieren werden die Hoden, bei weiblichen die Eierstöcke entfernt. Damit wird die Hormonproduktion ausgeschaltet.

Während der Eingriff bei männlichen Tieren relativ einfach ist, ist er bei weiblichen Tieren komplizierter, da für die Entnahme der Eierstöcke die Bauchdecke geöffnet werden muss. In manchen Fällen wird auch die Gebärmutter mitentfernt. Nach der Operation sind die Tiere aufgrund der Narkose oftmals etwas benommen, weshalb Sie ihr Tier gut im Auge behalten sollten.

Veränderungen durch die Kastration

Eine weitere Frage stellt sich Tierfreunden: In wieweit verändert der Eingriff ihren vierbeinigen Freund – charakterlich und körperlich?

  • Bei nicht intakten Tieren verlangsamt sich der Stoffwechsel nach der Operation. Katzen und Hunde neigen so nach der Kastration zu Gewichtszunahmen, oft muss die Gesamtfuttermenge angepasst werden. Spezielle Futtermittel für kastrierte Tiere bieten eine reduzierte Kalorienzufuhr.
  • Bei Katzenfreunden besteht der Glaube, dass der Eingriff negative Auswirkungen auf die Entwicklung des Katerkopfes hat. Dieser ist allerdings ausschließlich genetisch bedingt. Auch auf den Harnröhrendurchmesser bei Katern hat die Kastration keine Auswirkungen.
  • Charakterlich sollte eine Kastration kaum Auswirkungen haben. Oft wird aber ein nur noch seltenes Harnmarkieren bei Katze und Hund beschrieben. Kastrierte Tiere gelten auch als weniger aggressiv als ihre nicht kastrierten Artgenossen!

Kastration Kosten

Der Eingriff kostet bei einer männlichen Katze um die 60 Euro, bei weiblichen Katzen um die 80 Euro. Bei männlichen Hunden kostet eine Kastration um die 150 Euro, bei weiblichen Hunden um die 200 Euro. Die Kosten alleine sollten aber kein Argument gegen den Eingriff sein – denn günstiger als eine Trächtigkeit und Unterhalt von Jungtieren ist er allemal! Viele Tierschutzvereine und Tierärzte bieten auch Rabatte für Tierhalter an, die sich die OP nicht ohne weiteres leisten können.

Zucht

Sollten Sie planen, mit Ihrem Tier zu züchten, spricht dies natürlich klar gegen eine Kastration. Der Eingriff ist dauerhaft und kann nicht rückgängig gemacht werden. Sollten Sie mit dem Gedanken an eine Hobbyzucht spielen, bieten sich andere Verhütungsmethoden an. Ihr Tierarzt kann Sie bezüglich Verhütungspillen, Implantaten und anderen Möglichkeiten beraten.

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Tier alles Gute!

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