Katzenernährung ohne Getreide

Katzenfutter ohne Getreide

Getreidefreies Katzenfutter gilt als besonders hochwertig. Doch warum ist das so? Kommt eine Katze wirklich ohne Getreide aus und ist getreidefreie Nahrung für unsere Stubentiger gesünder? Lesen Sie, für welche Katzen sich eine Umstellung auf eine getreidefreie Ernährung lohnt und worauf Sie beim Kauf von Katzenfutter ohne Getreide achten sollten.

Orientierung an der natürlichen Ernährungsweise von Katzen

Katzen sind von Natur aus Fleischfresser. Ihre Vorgänger, die Wildkatzen, verzehren etwa 10 Mäuse und mehr pro Tag, um ihren Energiebedarf zu decken. Auch unsere heutigen Hauskatzen würden vermutlich im Zoofachhandel „Mäuse“ bestellen, wenn es das gäbe und sie nicht auf uns Menschen angewiesen wären. Glücklicherweise haben Katzenbesitzer, Tiermediziner und auch Tiernahrungsmittelhersteller in den letzten Jahren aber viel dazu gelernt und sich auf die natürliche Ernährungsweise früherer Katzen zurückbesonnen. Den meisten Katzenhaltern dürfte heute klar sein, dass eine Katze in erster Linie Fleisch zum Leben braucht. Fleisch liefert der Katze hochwertige Proteine und andere lebensnotwendige Nährstoffe, wie die Aminosäure Taurin. Ein Taurin-Mangel im Fertigfutter kann – wie Studien Ende der 1980er Jahre herausgefunden haben – zu schwerwiegenden Herzerkrankungen und anderen gesundheitlichen Problemen führen.

Welche Nährstoffe brauchen Katzen?

Eine gesunde Katzenernährung sollte also zweifellos zu mindestens zwei Drittel aus Fleisch bestehen. Doch woraus besteht das restliche Drittel? Wildkatzen fressen die Maus mit Haut und Haar – ein reines Stück Rinderfilet wäre auch ihnen zu wenig. Schließlich besteht das Hauptbeutetier der Katze aus etwa 70 Prozent tierischen Proteinen, 23 Prozent tierischen Fetten und aus ca. sieben Prozent pflanzlichen Rohfasern und Kohlenhydraten, die sich in vorverdauter Form im Magen der pflanzenfressenden Maus verstecken. Gesunde Katzennahrung besteht nach diesem Vorbild ebenfalls zu ca. 60 bis 70 Prozent aus Fleisch und zu ca. 20 bis 30 Prozent aus Gemüse und Obst, das zusätzlich zu den tierischen Proteinen die nötigen Vitamine, Ballaststoffe und Kohlenhydrate liefert. Getreide in Form von Weizen, Hafer, Roggen, Gerste, Mais oder Hirse brauchen Katzen hingegen kaum, da sie die darin enthaltenen Kohlenhydrate nur schwer verdauen und verwerten können.

Ist getreidefreies Futter besser verdaulich?

In Hinblick auf die natürliche Ernährungsweise der Katze verzichten heute auch immer mehr Hersteller auf Getreide in ihrem Tierfutter. Schließlich ist nicht nur das karnivore Gebiss der Katze, sondern auch ihr gesamter Stoffwechsel voll und ganz auf eine fleischliche Ernährung ausgelegt. Im Gegensatz zu uns Menschen und zu pflanzenfressenden Tieren ist der Verdauungstrakt der Katze sehr kurz. Unverarbeitete Kohlenyhdrate aus Getreide kann die Katze daher kaum verwerten. Ein Zuviel an Getreide würde ihren Organismus stark belasten und kann, neben Übergewicht, zu zahlreichen weiteren Beschwerden führen.

Wann sollte meine Katze auf Getreide verzichten?

In kleinen Mengen und richtig verarbeitet, stellt Getreide im Katzenfutter in der Regel kein Problem dar und kann unter Umständen sogar als geeignete zusätzliche Energiequelle dienen – sofern der Hauptanteil aus den tierischen Proteinen gezogen wird. Ein zwingender Bedarf an Getreide besteht – wie der Blick auf die Ernährungsweise der Wildkatze zeigt – jedoch nicht. Katzen, die ohnehin eine empfindliche Verdauung haben und zu Magenbeschwerden, wie Durchfall oder Verstopfung leiden, sollten auf schwer zu verarbeitende Stoffe wie Getreide deshalb besser komplett verzichten. Auch bei sensiblen Samtpfoten, die zu Allergien und Unverträglichkeiten neigen, empfiehlt es sich, ein getreidefreies Katzenfutter zu verwenden, um ihren Stoffwechsel nicht zusätzlich durch unnötiges Getreide zu belasten.

Was zeichnet getreidefreies Futter aus?

Getreidefreies Katzenfutter besteht in der Regel zu einem hohen Anteil aus Fleisch, Geflügel, Innereien oder Fisch. Angereichert wird es durch Gemüse und Obst. Schwer verdauliche Kohlenhydrate wie Weizen, Hafer, Roggen, Gerste, aber auch Hirse, Mais und Reis, findet man in diesem Futter nicht. Es gilt deshalb als besonders verträglich und ist für die Katzen leicht verdaulich. Gleichzeitig versorgt es die Stubentiger mit allen wichtigen Nährstoffen und Mineralien, die für das Zellenwachstum, eine gute Muskulatur sowie gesunde Haut, Fell und Krallen notwendig sind.

Finger weg von Zucker und Zusatzstoffen

Auch wenn getreidefreies Katzenfutter für viele Katzen leichter bekömmlich ist, heißt das jedoch noch nicht, dass es automatisch hochwertiger ist als Katzenfutter mit Getreide. Gute Qualität zeichnet sich nicht allein dadurch aus, dass ein Futter frei von Getreide ist, sondern auch durch die Verwendung von hochwertigem Fleisch und Fisch sowie den Verzicht auf Zucker und andere Zusatzstoffe. Wenn Sie sichergehen möchten, qualitativ hochwertiges Katzenfutter für Ihr Haustier zu kaufen, sollten Sie deshalb einen Blick auf die Inhaltstoffe werfen. Wurden Süßungsmittel, Geschmacksverstärker, künstliche Aromen und chemische Konservierungsstoffe verwendet, ist dies eher ein Zeichen für mindere Qualität, von der Sie besser die Finger lassen sollten. Gutes Katzenfutter besitzt einen hohen Fleischanteil – womit nicht „tierische Nebenerzeugnisse“ gemeint sind – und schmeckt Ihrem Stubentiger auch ohne Süßstoff, Geschmacksverstärker & Co.  Fünf Katzenfuttersorten, die diese Qualitätskriterien erfüllen, stellen wir Ihnen am Ende dieses Artikels vor.

getreidefreies katzenfutter

Getreidefreies Trockenfutter oder getreidefreies Nassfutter? Was ist besser?

Viele Hersteller bieten ihr getreidefreies Katzenfutter sowohl als Nassfutter als auch als Trockenfutter an. Doch welche Form ist besser für Ihre Katze? Grundsätzlich haben beide Ernährungsformen ihre Vor- und Nachteile. Ein Vorteil von Nassfutter ist zweifellos der hohe Feuchtigkeitsanteil, der dafür sorgt, dass auch bei Katzen, die wenig trinken, der tägliche Flüssigkeitsbedarf gedeckt ist. Besonders bei Katzen, die zu Harnsteinen oder Verstopfung neigen oder an einer Nierenerkrankung leiden, ist Nassfutter daher sicherlich die bessere Wahl. Viele Katzen bevorzugen Nassfutter auch aufgrund ihres Geschmacks.

Aber auch Trockenfutter hat seine Vorteile. Es ist leichter zu handhaben, lässt sich gut und lange lagern und verursacht weniger Verpackungsmüll. Auch dem natürlichen Fressverhalten der Katzen, das eher aus häufigem „Snacken“ und weniger großen Einzelportionen besteht, können Sie mit Trockenfutter besser entgegenkommen. Während Nassfutter schnell schlecht wird, können Sie Trockenfutter getrost im Futternapf lassen, so dass sich ihre Katze nach Lust und Laune bedienen kann. Auch das Verstecken einzelner kleiner Rationen in der Wohnung, das ihre Katze nicht nur sättigt, sondern gleichzeitig beschäftigt, ist mit Trockenfutter möglich.

Wichtiger als die Form des Futters ist, dass die Inhaltsstoffe zur Lebenssituation und zum Nährstoffbedarf Ihrer Katze passen. So kann es durchaus sinnvoll sein, dass Sie Ihre Katze sowohl an getreidefreies Trockenfutter als auch an getreidefreies Feuchtfutter gewöhnen. So können Sie im Bedarfsfall wechseln und können sowohl von den Vorteilen des Nassfutters als auch von den Vorteilen des Trockenfutters profitieren.

Lesen Sie auch unsere Artikel über Katzenfutter Nass vs Trocken!

So gelingt die Umstellung

Wenn Sie zu dem Schluss gekommen sind, dass getreidefreies Futter die bessere Wahl für Ihre Katze ist, heißt das nicht, dass Ihre Katze derselben Meinung ist. Manche Katzen sind in Bezug auf ihre Nahrung ziemlich dickköpfig und lassen sich von etwas Neuem nicht so schnell überzeugen – ganz nach dem Motto „Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht“. In der Natur hat dieses Verhalten sicherlich seine Vorteile, da es die Katzen vor giftigen fremden Stoffen bewahrt. Bei der Umstellung auf ein neues Futter, ist diese Einstellung hingegen eher hinderlich. Als Katzenhalter, der für die gesunde und artgerechte Ernährung seines Tieres die Verantwortung trägt, brauchen Sie deshalb in erster Linie Geduld, Konsequenz und Durchhaltevermögen, bis Sie Ihre Katze von dem getreidefreien Futter überzeugt haben.

Gehen Sie bei der Umstellung immer schrittweise vor und setzen Sie Ihrer Katze nicht von heute auf morgen das neue Futter vor. Mischen Sie zum Beispiel zu dem alten Futter zunächst nur einen kleinen Löffel von dem neuen Futter und erhöhen Sie diese Menge nach und nach, bis nach ein paar Tagen das alte Futter komplett durch das neue, getreidefreie ersetzt ist. Oder stellen Sie neben das bisherige Futter eine weitere Schale mit dem neuen Futter, von der Ihre Katze ab und zu probieren darf. In der Regel gelingt die Futterumstellung auf diese Weise schneller und problemloser als mit der „Hau-Ruck-Methode“. Sie werden sehen: Mit ein bisschen Geduld, wird Ihre Katze bald auch von der Qualität des getreidefreien Futters überzeugt sein und von den Vorteilen profitieren können.

Getreidefreie Katzenfuttersorten in unserem Shop

Grundsätzlich nehmen Katzen nach einer kurzen Gewöhnungszeit das getreidefreie Futter gut an, da es ihnen aufgrund des hohen Fleischanteils sehr gut schmeckt und es gut verträglich ist. Stimmt die Zusammensetzung und Qualität der Inhaltsstoffe, wird ihre Katze mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt, die sie für ein langes und gesundes Katzenleben benötigt. Um eine zusätzliche Fütterung mit Ergänzungsstoffen oder die Beigabe bestimmter Vitamine müssen Sie sich bei den folgenden Produkten nicht sorgen. Alle hier vorgestellten Katzenfuttersorten orientieren sich an der ursprünglichen Ernährungsweise der Katze, verzichten deshalb auf Getreide und zeichnen sich durch einen hohen Anteil an Fleisch aus. Statt schwer verdaulicher Getreidesorten setzen diese Produkte auf hochwertiges Gemüse und Obst. Alle hier vorgestellten Marken gibt es sowohl als Trockenfutter als  auch als Nassfutter.

  • Wild Freedom: Die Premiumnahrung Wild Freedom wirbt mit dem hohen Anteil an frischem Fleisch und verzichtet vollständig auf Getreide. Eine besonders artgerechte Ernährung Ihrer Katze ist damit garantiert.
  • Purizon Katzennahrung: Auch bei Purizon haben sich die Hersteller an der natürlichen Ernährungsweise der Wildkatze orientiert und sorgen mit einem 70prozentigen Anteil an tierischen Zutaten und frischem Fleisch für den nötigen Proteinnachschub. Ergänzt wird dieser Anteil von 30 Prozent Gemüse, Obst und Kräutern, die weitere wichtige Ballaststoffe und Vitamine liefern. Auf Getreide und Reis wird grundsätzlich verzichtet.
  • Smilla Katzenfutter: Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Nahrung ohne Getreide bieten auch die verschiedenen Futtersorten von Smilla, die sich an den jeweiligen Bedürfnissen Ihrer Katze in verschiedenen Lebensphasen orientiert.
  • Feringa Katzenfutter: Auf eine naturnahe Ernährung der Katzen hat sich auch Feringa spezialisiert. Durch den hohen Anteil an ausgewähltem Fleisch oder Fisch, der Beimischung wertvoller Vitamine, Taurin und Lachsöl, sowie den Verzicht auf Getreide garantieren diese Produkte eine gesunde und ausgewogene Katzennahrung. Für die besondere Note sorgen Kürbis, Cranberries, Blaubeeren und Katzenminze.
  • Cosma KatzenfutterFür puren Fleisch- und Fischgenuss ohne Getreide stehen auch die beliebten Cosma Snackies Katzensnacks und die neue Cosma Soup.

Fazit: Hauptsache, es schmeckt!?

Katzen, die zu Unverträglichkeiten, Allergien und Verdauungsbeschwerden neigen, sind mit getreidefreiem Katzenfutter sicherlich gut beraten und auch Katzenbesitzer, die Ihren Stubentiger möglichst ursprünglich und artgerecht ernähren möchten, sind die oben genannten, getreidefreien Produkte mit hohem Fleischanteil zu empfehlen. Sprechen Sie im Zweifel mit Ihrem Tierarzt und lassen Sie sich beraten, was Ihre Katze in ihrer aktuellen Lebensphase gerade braucht. Und zu guter Letzt muss das Futter natürlich auch Ihrer Katze schmecken. Haben Sie sich von der Qualität der getreidefreien Produkte überzeugt, können Sie Ihrer Katze also ruhig den Geschmackstest überlassen.

Wir wünschen Ihrer Katze „Guten Appetit“!

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