Katzenernährung bei Krankheiten

Katzenernährung bei Krankheiten

Bei einigen Krankheiten der Katze kann es hilfreich oder gar lebensverlängernd sein, eine spezielle Diät zu füttern. Spezialdiäten sind auf die jeweilige Erkrankung zugeschnitten. „Diät“ steht dabei nicht für kalorienreduzierte Kost, sondern für eine besondere Form der Ernährung. Allerdings sollten Sie immer einen Tierarzt um Rat fragen, bevor Sie ein solches Futter reichen. Wir geben Informationen und Tipps rund um spezielles Futter für kranke Katzen.

Diätfutter für nierenkranke Katzen

Was ist das Besondere an einer Nieren-Diät?

Viele Samtpfoten bekommen im Alter Probleme mit den Nieren. Symptome zeigen sich erst, wenn bereits ein großer Teil der Nieren zerstört ist. Darum ist ein regelmäßiges Blutbild beim Arzt sinnvoll. Denn im Frühstadium kann ein angepasstes Futter der Samtpfote noch viele beschwerdefreie Jahre ermöglichen. Nierendiät-Futter enthält weniger Phosphor und Eiweiß, um die Nieren zu entlasten. Außerdem ist der Fettanteil höher. Dies steigert einerseits die Akzeptanz, andererseits ist es insbesondere für Nierenpatienten wichtig, nicht abzunehmen.

Langsame Umstellung auf Nierendiät

Wenn die Katze bei Diagnosestellung bereits unter Übelkeit leidet, sollte diese zuerst therapiert werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Vierbeiner das neue Futter mit den Symptomen in Verbindung bringt. Geben Sie der Fellnase anschließend drei bis vier Wochen Zeit, sich durch immer größere beigemischte Anteile an das neue Futter zu gewöhnen. Steht einmal die Diagnose chronische Nierenerkrankung – auch CNI – sollte das Futter der Katze lebenslang darauf zugeschnitten sein. Besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt die mögliche Ergänzung von Vitaminen. Nierenkranke Katzen haben häufig einen erhöhten Bedarf an Vitamin D sowie B-Vitaminen. Die Antioxidantien Vitamin C und E können dazu beitragen, das Nierengewebe zu erhalten. Allerdings sind Überdosierungen zu vermeiden.

Gibt es Alternativen zu Nierendiät-Futter für Katze?

Katzenhalter, die barfen, sollten sich mit einem auf Ernährung spezialisierten Tierarzt über die beste Fütterung austauschen. So eignet sich beispielsweise Rindfleisch besser als Geflügel, da Rind weniger Phosphor enthält. Eine Alternative zu einer Nierendiät kann ein Phosphorbinder für Katzen sein. Ob dieser sich eignet, kann der Tierarzt mittels Blutuntersuchung feststellen. Wenn Sie Phosphorbinder über das Futter geben, nimmt der Körper weniger Phosphor aus der Nahrung auf. Ist die Nierenerkrankung weit fortgeschritten, kann Appetitlosigkeit zu einem größeren Problem werden. Infusionen können helfen, die Katze zu stabilisieren.

Diätfutter für Katzen mit Diabetes

Entscheidend: Kohlenhydrate

Je früher Sie bei der Diagnose „Katzen-Diabetes“ handeln, desto höhere die Chance auf eine Remission. Darunter verstehen wir, dass die Katze kein Insulin mehr braucht, weil der Blutzuckerspiegel sich selbst reguliert. Ein spezielles Diabetes-Katzenfutter ist nicht unbedingt notwendig. Suchen Sie einen NfE-Rechner im Internet und geben Sie hier die Werte eines hochwertigen Katzenfutters ohne Getreide ein. Der Rechner zeigt an, ob es für eine an Diabetes erkrankte Katze geeignet ist. Je niedriger der Wert, desto besser. Verbannen Sie jegliche Futtersorten mit einem NFE-Wert von über 10 aus Ihrer Vorratskammer.

Verzicht auf Trockenfutter für Diabetiker-Katzen

Von Trockenfutter für an Diabetes erkrankte Katzen ist aufgrund des erhöhten Kohlenhydratanteils abzuraten. Diabetes-Trockenfutter kann eine Alternative zu Leckerlis sein, beispielsweise für Intelligenzspielzeuge. Als ausschließliche Ernährung ist es aufgrund der hohen Menge an Kohlenhydraten nicht zu empfehlen.

Auch wenn die Katze kein Insulin mehr benötigt, sollten Sie die veränderte Ernährung beibehalten. Animieren Sie die Fellnase zu Bewegung und achten Sie auf die schlanke Linie. Verzichten Sie auf Leckerlis zwischen den Mahlzeiten – diese treiben den Blutzuckerspiegel unnötig in die Höhe. Mit der richtigen Ernährung können viele „Zucker-Katzen“ jahrelang beschwerdefrei leben.

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Futter für Katzen mit Harnwegserkrankungen und Blasensteinen

Wann braucht eine Katze eine Harnwegs-Diät?

Kleine Steine in den Harnwegen der Katzen bestehen vor allem aus Mineralien. Sie können die Blase reizen und hier zu Entzündungen führen. Häufig verursachen sie große Schmerzen und führen dazu, dass die Katze unsauber wird. Darum sollte der erste Gang bei plötzlicher Unsauberkeit zum Tierarzt führen. Doch Harnstein ist nicht gleich Harnstein. Darum macht es Sinn, mittels Operation entfernte Harnsteine zu untersuchen und anschließend mit einem entsprechenden Futter vorzubeugen. Experten unterscheiden zwischen Kalziumoxalat- und den am häufigsten vorkommenden Struvitsteinen. Diese bestehen aus Ammonium-Magnesium-Phosphat-Kristallen.

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Die passende Harnwegs-Diät

Eine Diät für Katzen, die unter Struvitsteinen leiden, enthält einen reduzierten Magnesium- und Phosphat-Gehalt und säuert den Harn an. Futter gegen andere Harnsteinarten kann einen niedrigeren Kalzium- und Oxalat-Wert beinhalten. Manche Diät-Futter für die Harnwege erhöhen die Harnmenge, so dass der Urin verdünnter wird und das Risiko für die Steinbildung sinkt. Alternativ kann dies auch über ein Ergänzungsfuttermittel geschehen, das der Tierarzt empfiehlt. Eine Harnsteindiät kann bei weiterhin gefährdeten Katzen das Risiko verringern, erneut zu erkranken. Gefährdet sind Katzen, die wenig Flüssigkeit zu sich nehmen, denn ihr Harn ist konzentrierter. Nassfutter eignet sich darum besonders gut für Katzen, die zu Harnwegserkrankungen neigen. Auch Überwicht sowie Bewegungsarmut können Harnsteine begünstigen. Tipp: Geben Sie mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt statt zwei große. Denn kleinere Mahlzeiten bringen ein geringeres Risiko für Harnsteinbildung mit sich.

Katzenernährung bei Krankheiten: Weitere spezielle Diätfutter

Brauchen übergewichtige Katzen Diät-Futter?

Hat die Katze zu viele Pfunde auf den Rippen, kann der Tierarzt eine Diät verordnen. Liegt kein weiteres gesundheitliches Problem vor, benötigen Sie hierfür jedoch kein „Light-Katzenfutter“. Machen Sie zuerst eine Bestandsaufnahme und fragen Sie sich: Woher kommen die vielen Pfunde? Steht den ganzen Tag über Trockenfutter zur Verfügung, räumen Sie dies weg. Servieren Sie Futter nur noch zu festen Zeiten und kontrollieren Sie die Rationen. Haben Sie mehrere Katzen, müssen Sie diese eventuell getrennt füttern. Wählen Sie ein leicht verdauliches Futter mit viel Fleisch und einem geringen Fettanteil. Halten Sie auch die Leckerlis im Blick: Wer hierbei zu großzügig ist, braucht sich über zu viele Pfunde nicht zu wundern. Gefriergetrocknete Snacks sind besonders leicht und schmecken den meisten Katzen hervorragend.

Aufbaukost für Katzen in der Rekonvaleszenz

Ist die Samtpfote geschwächt, kann eine Aufbaukost helfen. Diese enthält mehr Energie und Fette als ein normales Katzenfutter. Aufbaukost eignet sich zum Beispiel für Katzen, die nach einer längeren Erkrankung wieder zu Kräften kommen sollen. Auch ältere Tiere, die wenig fressen, können von der energiereichen Aufbaukost profitieren. Mögliche Alternativen zur Aufbaukost sind Rinderfettpulver oder leicht erwärmter Gänseschmalz. Zudem gibt es einige Aufbaupasten und flüssige Nahrungsergänzungsmittel, die den Appetit der Katze anregen. Solche Päppel-Präparate für die Rekonvaleszenz bieten der Samtpfote außerdem viel Energie, Vitamine und Mineralstoffe, damit sie schnell wieder zu Kräften kommt.

Diätfutter für Katzen mit Gelenkbeschwerden

Leiden Samtpfoten unter schmerzhaften Gelenkerkrankungen wie Osteoarthritis, können bestimmte Futter die Funktion der Gelenke unterstützen. Sie enthalten beispielsweise Glucosamin und Chondroitin. Alternativen zu den Diätfuttern sind Nahrungsergänzungsmittel, die Grünlippmuschel-Pulver für Katzen enthalten. Auch Hagebutten-Pulver kann bei Gelenkbeschwerden hilfreich sein – sprechen Sie Ihren Tierarzt hierauf an.

Diätfutter für Katzen mit Lebererkrankungen oder Kupferspeicherkrankheit

Katzen mit Lebererkrankungen sollten nach Absprache mit dem Tierarzt ein Diätfutter mit hohem Energiegehalt bekommen. Kleinere Mahlzeiten entlasten die Leber. Außerdem ist der Vitamin- und Mineralstoffbedarf auf die Bedürfnisse leberkranker Katzen zugeschnitten. Es gibt zudem Produkte mit niedrigem Kupfergehalt, die sich für die Fütterung bei Kupferspeicherkrankheit eignen.

Diätfutter für Katzen mit Schilddrüsenerkrankungen

Katzen mit Schilddrüsenüberfunktion profitieren von einem energiereichen Diätfutter mit begrenztem Jodgehalt und zahlreichen Antioxidantien.

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Diätfutter für Katzen mit empfindlichem Magen

Leidet die Samtpfote häufig unter Durchfall oder Erbrechen und ist ansonsten gesund, kann eine Ausschlussdiät Erkenntnisse über Nahrungsmittelunverträglichkeiten bringen. Ein hierfür geeignetes Diätfutter enthält nur eine einzige Proteinquelle, die die Katze im Idealfall nicht kennt. Außerdem gibt es verschiedene weitere Spezialdiäten für Katzen mit sensiblem Magen oder bestimmten Allergien. In vielen Fällen kann jedoch bereits der langsame Wechsel zu einem hochwertigen Alleinfutter ohne Getreide und Zusatzstoffe und mit hohem Fleischanteil Erfolg bringen.

Ein hochwertiges Katzenfutter:

  • enthält viel Fleisch und tierische Proteine
  • verzichtet auf Getreide, Zucker oder Geschmacksverstärker
  • schlüsselt „tierische Nebenerzeugnisse“ auf
  • schmeckt Ihrer Katze.

Diätfutter für Katzen mit Haut- und Fellproblemen

Auch bei Haut- und Fellproblemen kann die Umstellung auf ein hochwertiges Futter helfen. Manchmal kann es notwendig sein, ein Diätfutter für Haut- und Fellprobleme zu reichen. Diese Futter zeichnen sich unter anderem durch einen hohen Gehalt an wertvollen Fettsäuren aus. Auch Ausschlussdiäten für Katzen mit empfindlichem Magen können Beschwerden wie Haarausfall oder juckende Haut verbessern.

Diätfutter für Katzen mit Zahnproblemen

Hat die Katze Zahnstein, sollte dieser vom Tierarzt entfernt werden. Spezialdiäten für Zähne dienen dem Vorbeugen von neuem Zahnstein. Sie enthalten unter anderem Kalziumfänger, die Plaque verhindern sollen. Eine spezielle Krokettenform trägt dazu bei, die Zähne mechanisch zu reinigen. Alternativ können Sie der Katze regelmäßig ein Stück rohes Rindfleisch zum Kauen geben, was die Zähne ebenfalls reinigt. Auch Zähneputzen ist mit spezieller Katzenzahnpasta möglich. Allerdings sollten Sie bereits die junge Katze daran gewöhnen.

Diätfutter für Katzen unter Stress

Ziehen Katzen in ein neues Zuhause oder leiden unter einschneidenden Erlebnissen, kann eine Spezialdiät helfen. Diese Futter enthalten meist ein hydrolysiertes Milchprotein in Kombination mit L-Tryptophan, was beruhigend auf die Samtpfote wirkt. Antioxidantien erhöhen die Widerstandkraft. Ein solches Futter eignet sich beispielsweise zum Füttern rund um die Böller und Feuerwerke zum Jahreswechsel. Eine Dauerlösung, beispielsweise für in der Katzengruppe gemobbte Katzen, sollte es jedoch nicht sein: Gehen Sie in diesem Fall lieber dazu über, den Stressauslöser herauszufinden und die Lebensbedingungen der gestressten Katze gezielt zu verbessern.

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Was tun, wenn die kranke Katze nicht fressen möchte?

Kranke Katzen haben oft einen geringen oder gar keinen Appetit. Wenn Sie nach der Diagnose-Stellung einen abrupten Wechsel zu einem Diätfutter umsetzen möchten, können Sie nicht mit der Kooperation der Samtpfote rechnen. Besprechen Sie diese Möglichkeit mit Ihrem Tierarzt. In den meisten Fällen, vor allem bei geschwächten oder alten Tieren, ist entscheidend, dass die Katze überhaupt etwas frisst. Hat die Samtpfote Diabetes, ist es wichtig, dass sie vor dem Insulinspritzen Nahrung zu sich nimmt. Verweigert die Katze das Diät-Futter, reichen Sie ihr beispielsweise rohes Fleisch oder bekanntes Futter, in das Sie etwas des speziellen Futters mischen. Auch Thunfischsaft oder salzarme und selbstgemachte Hühnerbrühe können den Appetit anregen. Geschwächte Katzen, die keine Nahrung aufnehmen, können schnell in den lebensgefährlichen Zustand einer Ketose gelangen.

Wie lange sollte die Katze eine Spezialdiät fressen?

Setzen Sie eine vom Tierarzt verordnete Spezialdiät nicht ohne Rücksprache mit dem Experten ab. Viele Spezialdiäten sollten lebenslang gegeben werden. Achten Sie darauf, dass Sie – wenn überhaupt – nur geeignete Leckerlis verfüttern. Bei Freigängern sollten Sie dafür sorgen, dass die Katze kein normales Futter von Nachbarn bekommt. Auf die jeweilige Erkrankung zugeschnittene Diätnahrung für Katzen kann dabei helfen, den Körper der Vierbeiner wieder in Balance zu bringen und so Symptomen vorbeugen oder vorhandene lindern.

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