28. Februar 2019 - Aktualisiert 05. März 2019

Ist eine Kampfhundeversicherung Pflicht?

pitbull im grass

Für Kampfhunde gelten in den meisten Ländern strengere Auflagen. Dazu gehört unter anderem der Abschluss einer speziellen Versicherung. Im Folgenden erfahren Sie, welche Aspekte Sie bei einer Kampfhundeversicherung beachten sollten.

Welche Hunde fallen unter den Begriff „Kampfhund“?

Unter dem Begriff „Kampfhunde“ werden diejenigen Rassen zusammengefasst, die vom Gesetzgeber als potentiell gefährlich angesehen werden. Diese Hunderassen wurden ursprünglich für Kämpfe gezüchtet und stellen somit laut Gesetzgeber ein gewisses Risiko dar. In Deutschland werden potentiell gefährliche Rassen in sogenannten Rasselisten vermerkt, die von jedem Bundesland autonom verwaltet werden. Die Rasseliste bestimmt also für welche Hunderassen besondere Auflagen und Haltungsbedingungen gelten.

Bei der Verwendung der Bezeichnungen „Kampfhunde“ und „Listenhunde“ streiten sich die Geister. Hunde, die diesen Rassen angehören, werden nicht gefährlich geboren. Oftmals ist eine falsche Erziehung oder Haltung der Auslöser aggressiven Verhaltens. Man kann also nicht pauschal sagen, dass alle Hunde Kampfhunde immer gefährlich seien.

Welche Hunderassen nun auf den Rasselisten stehen, variiert von Bundesland zu Bundesland. In fast allen Bundesländern gelten die Rassen Pit Bull Terrier, Staffordshire Bullterrier, American Staffordshire Terrier und Bullterrier als potentiell gefährlich.

Hundeversicherung: Regelung in Deutschland

In manchen Fällen sind Hunde in der privaten Haftpflichtversicherung mitversichert oder es ist die Möglichkeit einer Erweiterung der Versicherung vorhanden. Normalerweise sind Hunde jedoch nicht mitversichert und benötigen somit eine separate Hundehaftpflichtversicherung.

Ist eine Hundehaftpflichtversicherung Pflicht?

Ob Sie Ihren Vierbeiner zwingend versichern müssen, hängt von dem Bundesland ab. Einige Bundesländer setzen eine Hundehaftpflichtversicherung für alle Hunde voraus. Dabei spielt die Rasse keine Rolle. Bundesländer, in denen eine Hundehaftpflichtversicherung Pflicht ist, sind:

  • Berlin
  • Hamburg
  • Niedersachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen

In folgenden Bundesländern müssen nur Listenhunde versichert sein:

  • Baden-Württemberg
  • Bremen
  • Brandenburg
  • Hessen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Sachsen
  • Nordrhein-Westfalen – Hier müssen auch erwachsene Hunde, die eine Widerristhöhe von 40 Zentimetern und ein Gewicht von 20 Kilogramm erreichen, versichert werden!

Bloß in zwei Bundesländern besteht zu diesem Zeitpunkt keine Versicherungspflicht für Hunde (auch Listenhunde müssen nicht versichert werden):

  • Bayern
  • Mecklenburg-Vorpommern
amstaff spielt

Beispiel: Kampfhundeversicherung in Baden-Württemberg

Für die Haltung von Kampfhunden ist in Baden-Württemberg eine Erlaubnis von Nöten. Um eine Erlaubnis zur Haltung eines Kampfhundes zu erhalten, müssen Sie mehrere Unterlagen vorweisen können. Beispielsweise muss nachgewiesen sein, dass eine Hundehaftpflichtversicherung abgeschlossen wurde. Kampfhunde werden hier in zwei Kategorien unterteilt:

Kategorie 1:

  • American Staffordshire Terrier
  • Bullterrier
  • Pit Bull Terrier

Kategorie 2:

Hundeversicherung in Frankreich

In Frankreich gibt es Hunde-Typen und Kategorien. Diese Hunde-Typen werden durch ihre optischen Merkmale beschrieben und einem Typus zugeordnet. Auch hier werden potentiell gefährliche Hunde in zwei Kategorien unterteilt:

Kategorie 1:

Die Hunde, die Kategorie 1 angehören gelten als Kampfhunde (chiens d’attaque) und sind somit potentiell gefährliche Hunde. Dazu gehören Hunde, die keinen vom französischen Landwirtschaftsministerium anerkannten Zuchtbucheintrag besitzen und äußerlich folgenden Rassehunden ähneln:

  • Pit Bull (Typus American Staffordshire Terrier und Staffordshire Terrier)
  • Boerbull (Typus Mastiff)
  • Typus Tosa

Kategorie 2:

Die in Kategorie 2 eingetragenen Hunde gelten als Wach- und Schutzhunde (chiens de garde et défense). Zu dieser Kategorie gehören folgende Hunde, die einen vom französischen Landwirtschaftsministerium anerkannten Zuchtbucheintrag besitzen:

  • Pit Bull (Typus American Staffordshire Terrier und Staffordshire Terrier)
  • Typus Tosa
  • Typus Rottweiler
  • Hunde, die Rottweilern ähneln und keinen vom französischen Landwirtschaftsministerium anerkannten Zuchtbucheintrag besitzen

Für die Haltung von Listenhunden ist auch in Frankreich eine Erlaubnis (permis de détention) nötig. Diese wird nur unter bestimmten Bedingungen, wie zum Beispiel dem Nachweis einer abgeschlossenen Haftpflichtversicherung für Hunde, ausgestellt. Sie ist für diese Rassen also verpflichtend. Die Versicherung deckt bis zu einer gewissen Summe eventuelle Schäden, die durch den Listenhund entstehen können.

rottweiler im grass

Hundeversicherung in Spanien

In Spanien gibt es grundsätzlich acht Rassen sowie deren Kreuzungen, die als potentiell gefährlich gelten, die von allen autonomen Gemeinschaften Spaniens (Comunidades Autónomas) übernommen werden. Darunter fallen folgende Rassen:

  • Pit Bull Terrier
  • Staffordshire Bull Terrier
  • American Staffordshire Terrier
  • Rottweiler
  • Dogo Argentino
  • Fila Brasileiro
  • Tosa Inu
  • Akita Inu

Als potentiell gefährlich gelten außerdem Hunde, die bestimmte physische Merkmale, wie zum Beispiel mehr als 20 Kilogramm Gewicht, aufweisen oder bereits Menschen oder Tiere angegriffen haben. Jede Comunidad Autónoma nimmt diese acht Rassen in ihre Liste auf und kann diese auch erweitern. So gelten beispielsweise in Galizien 15 Rassen als potentiell gefährlich. Auch hier ist es nötig, eine Kampfhundeversicherung abzuschließen, um bei Schäden durch Listenhunde abgesichert zu sein. Ähnlich wie in Frankreich ist auch hier eine Versicherung nötig, die mindestens 120.000€ Schaden deckt, um eine Haltungsgenehmigung zu bekommen.

In den Regionen Madrid und dem Baskenland müssen jedoch alle Hunderassen versichert sein.

Warum brauchen potentiell gefährliche Hunde eine Hundehaftpflichtversicherung?

Bei Schäden, die durch einen potentiell gefährlichen Hund verursacht wurden, haftet immer der Halter. Deshalb ist es sinnvoll, eine Hundehaftpflichtversicherung abzuschließen, um für den Fall der Fälle abgesichert zu sein. Wie bereits erwähnt besteht in manchen Fällen die Möglichkeit, Hunde in der privaten Haftpflichtversicherung mitzuversichern. Gerade bei Listenhunden gestaltet sich dies jedoch als schwierig, da sie ein „erhöhtes Risiko“ darstellen. Aufgrund dessen ist meistens eine spezielle  Hundehaftpflicht  für Listenhunde nötig. Viele Hundehaftpflichtversicherungen schließen bestimmte Hunderassen aus oder decken aufgrund des erhöhten Risikos nicht alle Schäden ab. Es ist empfehlenswert sich über Vergleichsportale über die verschiedenen Hundeversicherungen für Listenhunde und deren Tarife zu informieren. So finden Sie garantiert die passende Kampfhundeversicherung für Ihren Vierbeiner!

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