Hundefutter in Bio-Qualität

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Bio liegt im Trend: Nicht nur bei der menschlichen Nahrung, auch beim Tierfutter setzen mehr und mehr Verbraucher auf Bio-Qualität. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter Bio-Hundefutter und ist Bio wirklich besser für Ihren Hund als konventionelles Hundefutter?

Die Regale und Internetshops sind mittlerweile voll von Bio-Nahrung für Haustiere. Besonders die Auswahl an Bio-Futter für Hunde ist in den letzten Jahren rasant angestiegen. Neben vielen neuen Herstellern haben auch einige etablierte Futterhersteller ihre Produktpalette erweitert und setzen neuerdings auf eine ökologisch nachhaltige Futterproduktion. Fast allen Herstellern gemein ist, dass das Bio-Futter in der Regel teurer ist als das konventionelle Hundefutter. So können Hundebesitzer, die den Fressnapf ihres Vierbeiners ausschließlich mit Bio-Futter füllen, mit rund fünf Euro pro Tag rechnen. Zahlen sich diese Mehrkosten aus oder ist Bio für den Hund einfach ein unnötiger Luxus? Diese Frage lässt sich nicht einfach mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten, denn die Bezeichnung Bio ist nicht einfach mit höherer Qualität gleichzusetzen, sondern ist vielmehr an verschiedene Richtlinien geknüpft, die nicht nur die Inhaltsstoffe, sondern auch Herkunft und Produktion des Futters betreffen. Es lohnt sich also genauer hinzusehen.

Was bedeuten Bio-Siegel?

Damit Hundefutter mit einem Bio-Siegel gekennzeichnet werden darf, muss der Hersteller bestimmte Kriterien erfüllen, welche regelmäßig von den entsprechenden Kontrollstellen überprüft werden. Auch wenn der Begriff „Bio“ aus Verkaufsgründen scheinbar willkürlich verwendet wird – das staatliche Bio-Siegel darf nur auf die Verpackung, wenn Herstellung und Produkt den Richtlinien der Öko-Verordnung des Landes genügen. Seit 2010 ist in Europa das hellgrüne EU-Bio-Logo für alle Biolebensmittel verpflichtend, das heißt die Produkte müssen die Vorgaben der EG-Öko-Verordnung erfüllen. Überprüft werden Inhaltsstoffe, Herstellung und Verarbeitung. Dabei müssen zum Beispiel mindestens 95 Prozent der Inhaltsstoffe aus ökologischem Anbau kommen. Lediglich fünf Prozent dürfen aus konventioneller Landwirtschaft stammen, aber nur wenn die entsprechenden Inhaltsstoffe nicht in Bio-Qualität erhältlich sind. Voraussetzung zur Verwendung des EU-Bio-Siegels ist, dass die gesamte Produktionskette nachvollziehbar und transparent ist. Neben der Code-Nummer der Öko-Kontrollstelle, die die Einhaltung der EU-Bestimmungen überwacht, muss die Herkunft aller verwendeten Zutaten auf der Verpackung angegeben sein. Zusätzlich zu diesem europäischen Bio-Logo gibt es neben den staatlichen Siegeln noch Logos verschiedener Bio-Anbauverbände, die auf der Packung angegeben werden können. So sind viele Hersteller von Bio-Hundefutter Mitglied bei ökologischen Anbauverbänden wie Demeter, Biokreis, Ecoland oder Bioland. So trägt der Bio-Tierfutter-Hersteller Herrmann’s beispielsweise neben dem staatlich anerkannten deutschen Bio-Siegel das Siegel der Biokreis e.V. Diese privaten Verbände gehen in ihren Richtlinien oft über die europäischen oder staatlichen Mindeststandards hinaus. Da sie zum Teil sehr umfassend sind, können im Folgenden daher nur die Mindestanforderungen zur Bio-Kennzeichnung beleuchtet werden.

Welche Mindestanforderungen werden an Bio Hundefutter gestellt?

Artgerechte Haltung der Nutztiere

Hunde sind von Natur aus Fleischfresser und so besteht auch der Großteil ihres Futters aus dem Fleisch anderer Tiere. Anders als bei konventionellen Hundefutter darf das verarbeitete Fleisch in Bio-Hundefutter dabei nicht aus einer Massentierhaltung stammen. Die Haltung der Nutztiere, die für das Bio-Hundefutter verwertet werden, muss ökologisch korrekt und artgerecht sein. Die Kontrolleure achten auf eine angemessene Unterbringung und eine natürliche Entwicklung der Tiere. Sie dürfen keine vorbeugenden Antibiotika oder wachstumsfördernde Substanzen mit ihrer Nahrung erhalten und müssen genügend Auslauf haben. Die Anzahl der Schweine oder Rinder, die auf einer bestimmten Fläche zusammen gehalten werden dürfen, ist deshalb genau festgelegt. Die Stallungen werden außerdem mit Stroh ausgelegt, was für die Huftiere angenehmer ist als ein reiner Untergrund aus Brettern oder Beton. Auch dürfen die Nutztiere beim Transport nicht mit Stromstößen angetrieben werden.

Verzicht auf Gentechnik und Chemie

In Bio-Hundefutter kommen zwar in der Regel die gleichen Zutaten zum Einsatz wie in konventionellem Futter, aber eben in Bio-Qualität. So ist Gentechnik generell sowohl für pflanzliche wie auch für tierische Inhaltsstoffe verboten. Darüber hinaus enthält Bio-Hundefutter keine künstlichen Geschmacksverstärker. Die im Bio-Futter enthaltenen Getreidesorten und andere pflanzliche Bestandteile dürfen beim Anbau nicht mit chemischen Kunstdünger oder Pestiziden (Pflanzenschutzmitteln) in Berührung gekommen sein. Der Bio-Futter-Hersteller Yarrah betont, dass die Tiere, die in ihrem Futter verarbeitet werden, ebenfalls pestizidfreie Nahrung erhalten.

Außerdem verzichten einige Hersteller von Bio-Hundefutter auf tierische Nebenerzeugnisse wie Hufe, Hörner oder Knochen. Allerdings ist letzteres nicht gesetzlich vorgeschrieben, das heißt grundsätzlich dürfen solche Schlachtabfälle enthalten sein, sofern sie aus Bio-Betrieben stammen und auf der Zutatenliste angegeben sind.

Gesundheit

Durch den Verzicht auf chemische Zutaten und Konservierungsstoffe eignet sich Bio-Hundefutter natürlich sehr gut für Hunde, die von Allergien betroffen sind. Die Marke Almo Nature beispielsweise verzichtet in ihrem Bio-Hundefutter ganz auf Geschmacksverstärker und künstliche Konservierungsstoffe. Die antiallergene Konsistenz des Futters sollten Sie allerdings vor dem Kauf mit einem Blick auf die Zutatenliste genau überprüfen. Da der Gesetzgeber keinen kompletten Verzicht auf Chemikalien in der Nahrung vorgibt, kann es durchaus vorkommen, dass Sie Bio-Hundefutter finden, das sowohl mit chemischen Stoffen konserviert als auch mit Tiermehl gestreckt wurde. Sicher ist, dass im Bio-Futter keine Inhaltstoffe sind, die gentechnisch verändert oder mit Pestiziden verunreinigt sind. Aus ökologischer Sicht ist der Griff zu Bio-Hundefutter damit sicherlich die bessere Wahl. Biobetriebe verzichten außerdem auf Massentierhaltung, halten die Nutztiere artgerecht und setzen beim Bioanbau keine Pflanzenschutzmittel ein.

Aber ist Bio-Hundefutter auch gesünder für Ihren Hund? Nicht unbedingt. Laut Untersuchungen ist der Nährstoffgehalt des Bio-Futters nicht höher als in konventionellem Futter. Die Bio-Zutaten stammen zwar aus einer ökologisch nachhaltigen Produktion, sie haben aber nicht zwangsläufig mehr Nährstoffe als konventionell hergestelltes Futter. Entscheidend für den Nährstoffgehalt ist also weniger das Bio-Siegel auf den Verpackungen als vielmehr die Frische der Lebensmittel. Falls Sie Ihrem Hund bisher konventionelles Futter in den Fressnapf gefüllt haben, machen Sie sich keine Sorgen! Ein gesunder Hund entwickelt sich mit konventionellem Futter sicherlich genauso gut wie mit Bio-Futter. Falls Ihr Hund zu gewissen Krankheiten, Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten neigt, sollten Sie allerdings mit Ihrem Tierarzt über Alternativen zu Ihrem bisherigen Hundefutter sprechen. Vielleicht kann Bio-Hundefutter Ihrem Vierbeiner in diesem Fall helfen.

Fazit

Letztendlich müssen Sie entscheiden, ob Sie sich Bio-Hundefutter leisten möchten oder nicht. Da der Nährstoffgehalt des Bio-Futters mit dem konventioneller Futterhersteller vergleichbar ist, rechnen sich die Mehrkosten aus rein gesundheitlicher Sicht nicht direkt. Dennoch leisten Sie mit dem Kauf von Bio-Produkten sicherlich einen wertvollen Beitrag zum Schutz der Umwelt und der Tiere.

Übrigens: Wenn Sie sich entschieden haben, zukünftig auf Bio-Futter umzustellen, sollten Sie dies schrittweise tun. Ein plötzlicher Futterwechsel kann zu Durchfall oder anderen Verdauungsproblemen Ihres Hundes führen. Ersetzen Sie das bisherige Futter deshalb nach und nach mit Bio-Hundefutter. So können Sie auch herausfinden, ob Ihrem Vierbeiner das neue Bio-Futter schmeckt. Der Verzicht auf Geschmacksverstärker kann für den einen oder anderen Hund vielleicht ungewohnt sein. Nach und nach wird er sich aber sicherlich an das Bio-Futter gewöhnen und den puren Geschmack der Bio-Lebensmittel genießen.

Wir wünschen Ihrem Hund „guten Appetit“!

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