Das Magazin rund um Ihr Tier

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Die Katzen-Kolumne

Hier berichtet regelmäßig unsere Katzen-Kolumnistin Claudia Essers aus ihrem 8-pfötigen Katzenhaushalt mit Max und Moritz. Außerdem witzige und unterhaltsame Geschichten rund um die Siamkatze "Sushi". Zusammengestellt von Autorin Angelica Fuß.

Der Einzug

Es gibt nicht viel, was die heile Welt von Max und Moritz wirklich erschüttern kann. Letzte Woche aber geriet ihr kleines Universum gewaltig ins Schleudern. Damenbesuch. Naja, eher Mädchenbesuch. Dabei hätten sie es wissen können, wenn sie richtig zugehört hätten. Während der eine faul auf "Herrchens" Schoß lag und der andere meine Tastatur vertrimmte, arbeiteten wir Zweibeiner das Thema Drittkatze durch. Ob wir es uns platz-, zeit- und geldmäßig erlauben könnten, eine solche durchzufüttern. Natürlich können wir. Zum Beispiel, da wir ja sowieso regelmäßig geplante Urlaube absagen müssen, weil eins unserer Biester akut erkrankt ist (ehrlich gesagt betrug beim letzten Mal die "Ersparnis" kaum die Hälfte des veranschlagten Wintersportbudgets, der Restbetrag landete beim Tierarzt).

Aber mein Liebster sorgte sich einfach sehr um das zarte Seelenleben seiner zwei Burschen. Der notorisch eifersüchtige Moritz würde vielleicht nicht verkraften, dass er nicht mehr erste Geige wäre. Und der nachgiebige Max könnte sich überflüssig fühlen nach dem Motto: Drei sind immer einer zuviel. Außerdem wäre es ein Fehler, eine so prächtige Männerfreundschaft, wie Max und Moritz sie pflegen, zu gefährden.

Auf der Gegenseite standen die vielen herrenlosen Waisen, die in diesem Sommer mal wieder im Übermaß die Tierstationen bevölkerten. Wohlstandsmüll sozusagen. Und auch wenn man als Einzelner nicht "das ganze Elend der Welt beheben kann", wie mein Liebster sagte, so kann man wenigstens ein bisschen zur Linderung beitragen. Und Frauen kriegen sowieso immer ihren Willen, wenn sie nur hartnäckig sind.

Also zog letzte Woche Tiffany bei uns ein. Als sie die kleine Himmelfahrtsnase vorsichtig aus dem Transportkorb reckte, blieben Max und Moritz wie erstarrt auf Abstand. Nur der Hals wurde immer länger. Giraffenkatzen sozusagen.

Tiffany war die schüchternste Katze im Kindergarten des Katzenschutzvereins. Wir waren uns sicher, dass das am ehesten gut gehen würde. Langsam kroch sie aus dem Körbchen, schlug einen großen Bogen um mich und stupste den fassungslosen Max ganz burschikos mit dem Kopf an die Schulter, um gleich darauf ihre Erkundungstour im Wohnzimmer fortzusetzen. Bisher war Katzenbesuch immer mit riesigen Buckeln begrüßt worden, vielleicht war Tiffany dafür einfach nicht bedrohlich genug. Neben Max und Moritz sah sie doch ganz schön mickrig aus. Bei Moritz angelangt, versuchte Tiffany die gleiche freundschaftlich-selbstverständliche Begrüßung, erntete aber ein patziges Fauchen und schlug vor Schreck einen Purzelbaum rückwärts. Also wurde auch Moritz weiträumig "umschifft" und Tiffany zog weiter. Meine beiden verdutzten Gesellen mit ordentlichem Sicherheitsabstand hinterher. Die Karawane zog durch das restliche Wohnzimmer, die Küche, wo gleich das Buffet begutachtet wurde, den Flur und das Bad. Die Fassungslosigkeit über den dreisten Eindringling wuchs, als Tiffany ganz selbstverständlich ins Badezimmer marschierte, um die Gemeinschaftstoilette (und nicht etwa das bereitgestellte Extraklo�) zu benutzen.

Von der fremden Wohnung und dem ungemütlichen Fauchen eingeschüchtert, zog sich das kleine Katzenmädchen erst einmal unter das Sofa zurück. Während Moritz sich daraufhin beruhigte und beschloss, den Eindringling zu ignorieren, ließ Max der Besuch keine Ruhe. Genaugenommen verfolgt er seither fast jeden ihrer Schritte und ist schrecklich bemüht, Zuneigung zu zeigen. Er hüpft vor ihr her und fordert sie zum spielen auf, er rutscht am Napf zur Seite, wenn Tiffany kommt. Er putzt ihr seit dem zweiten Tag den Kopf, wenn er darf. Kurz: er ist völlig hingerissen von dem hübschen Tigermädchen - genau wie ich. Aber wie Frauen nun mal so sind: Anstatt sich mit Mäxchens Zuneigung zufrieden zu geben, rennt sie ständig dem entnervten Moritz nach. Will sich zu ihm ins Körbchen legen, an ihm nuckeln, mit seiner (!) Maus spielen, von seiner (!) Milch trinken. Zwar ist Moritz nicht mehr so zickig wie am ersten Tag, aber sie hat doch schon etliche Bisse und Tatzenhiebe kassiert. Und an sich nuckeln lässt so ein richtiger Katzenmann schließlich auch nicht einfach. Aber ich bin mir sicher, Tiffany kriegt ihn auch noch rum. Frauen kriegen schließlich immer ihren Willen, wenn sie nur hartnäckig sind.

Text von Claudia Essers
Illustration: Bettina Richter


Mehr Geschichten von Max und Moritz finden Sie hier: Alle lustigen Geschichten rund um die Siamkatze Sushi finden Sie hier:



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