Kastration und Sterilisation bei Katzen

Kastration und Sterilisation bei Katzen

Es gibt wohl kaum etwas Niedlicheres auf der Welt als Katzenbabys. Doch leider finden nicht alle Katzenkinder ein schönes Zuhause. Wenn sich besitzerlose Streuner untereinander oder mit freilaufenden Hauskatzen paaren, ist ein Leben im Elend für ihren Nachwuchs quasi vorprogrammiert. Kastration und Sterilisation beugen unnötigem Leid vor.

Warum Katzen kastrieren?

Die Kastration von Katzen hat mehrere Vorteile. Kastrierte Katzen sind weniger aggressiv, zutraulicher und haben ein kleineres Revier, was bei Freigängern die Gefahr von Unfällen und Kämpfen mit anderen Katzen verringert. Weibliche Katzen werden nicht rollig und Kater unterlassen das ungeliebte Markieren in der Wohnung. Durchschnittlich haben kastrierte Katzen eine höhere Lebenserwartung als nichtkastrierte Samtpfoten, sie sind weniger gestresst und ausgeglichener. Nicht zuletzt verhindert eine Kastration natürlich, dass sich die Tiere fortpflanzen.

Katzen werden bereits geschlechtsreif, bevor sie das erste Lebensjahr abgeschlossen haben, bei einigen Rassekatzen dauert es etwas länger. Eine weibliche Katze kann durchschnittlich zwei Mal pro Jahr werfen, wobei pro Wurf durchschnittlich zwischen 2 und 6 Kitten auf die Welt kommen.

Beispiel: Bekommt eine Katze über einen Zeitraum von 10 Jahren circa 80 Junge, die sich im gleichen Tempo vermehren – und deren Junge ebenfalls und so weiter –, haben nach diesen 10 Jahren hunderttausende Miezen das Licht der Welt erblickt – unmöglich, für all die kleinen Kätzchen ein schönes Zuhause zu finden!

wie unkontrolliert sich Katzen vermehren

Die Grafik macht deutlich, wie unkontrolliert sich Katzen vermehren, wenn nicht dagegen gesteuert wird.

Unerwünschte Katzenkinder werden oft ausgesetzt, getötet oder bestenfalls in Tierheime gebracht, die vielerorts schon hoffnungslos überfüllt sind. Katzen und Kater zu kastrieren oder zu sterilisieren, ist also keine „Beschneidung“ ihrer tierischen Rechte, sondern eine wichtige Maßnahme zum Tierschutz.

Kastration und Sterilisation – Was ist der Unterschied?

Beim Thema Katzenkastration und Katzensterilisation herrscht mitunter einige Verwirrung bei Katzenhaltern. Bezeichnen die beiden Begriffe das Gleiche? Ist Kastration für Kater gedacht und Sterilisation für weibliche Katzen? Und was genau passiert bei dem Eingriff eigentlich? Bringen wir Licht ins Dunkel!

Ganz grundlegend: Sowohl männliche als auch weibliche Katzen können kastriert und sterilisiert werden. Bei beiden Eingriffen geht es darum, die Tiere unfruchtbar zu machen, also ungewolltem Katzenkindersegen vorzubeugen. Doch worin unterscheiden sich Kastration und Sterilisation?

Kastration von Katzen – Ablauf und Vorteile

Bei der Katzenkastration werden die hormonproduzierenden Organe beziehungsweise Drüsen entfernt, bei Katern die Hoden, bei weiblichen Katzen die Eierstöcke. Es handelt sich um einen Standardeingriff, den Sie bei den allermeisten Tierärzten erledigen lassen können.

Bei männlichen Katzen werden die Hodensäcke mit winzigen Einschnitten geöffnet, Samenleiter und Blutgefäße abgebunden und die Hoden abgetrennt. Bei einer Kätzin ist der Eingriff aufwendiger als beim Kater, da die Bauchdecke geöffnet werden muss, um die Eierstöcke entfernen zu können. Nicht selten wird auch gleich die Gebärmutter mit herausgenommen. Kompliziert ist die Katzen-OP nicht, allerdings invasiver (und teurer) als die Kater-Kastration, die äußerlich erfolgt.

Vorteile der Katzenkastration im Überblick:

  • Kein ungewollter Nachwuchs mehr
  • Keine „Rolligkeits-Symptome“ bei weiblichen Katzen wie anhaltendes Schreien
  • Keine „Dauerrolligkeit“, die bei unkastrierten Katzenweibchen auftreten kann, wenn keine Paarung erfolgt, und die zu permanentem Stress sowie zu einem erhöhten Erkrankungsrisiko der Geschlechtsorgane führt
  • Kleineres Revier bei Freigänger-Katern: geringere Gefahr von Unfällen und Kämpfen mit anderen Katzen
  • Katzen werden insgesamt ausgeglichener, zutraulicher und stressfreier
  • Weniger aggressives Verhalten
  • Geschlechtsspezifische Krankheiten sind seltener oder ganz ausgeschlossen (zum Beispiel Erkrankungen der Gebärmutter, wenn diese gleich mit entfernt wird)
  • Lebenserwartung durchschnittlich höher als bei nichtkastrierten Tieren

Sterilisation von Katzen – Ablauf und Vorteile

Auch die Sterilisation macht Katzen zuverlässig unfruchtbar, indem die Samenleiter bei Katern und Eileiter bei Weibchen durchtrennt beziehungsweise abgebunden werden. Eine Befruchtung kann somit nicht mehr stattfinden, allerdings ändert sich davon abgesehen nichts. Die Hormonproduktion und somit der Fortpflanzungstrieb bleiben erhalten.

Vorteile der Katzensterilisation im Überblick:

  • Kein ungewollter Nachwuchs
  • Keine Gewichtszunahme nach dem Eingriff
  • Keine Verhaltensveränderung (ob das ein Vor- oder Nachteil ist, muss jeder für sich entscheiden)

Wichtig: Ob Sterilisation oder Kastration – die Operation geschieht in jedem Fall unter Narkose, deshalb müssen Sie Ihre Samtpfote nüchtern zum Tierarzt bringen, dürfen sie also vorher nicht füttern. Es wird empfohlen, 12 Stunden vorher kein Futter mehr zu verabreichen. Wasser darf sie aber trinken. Außerdem ist zu beachten, dass Ihre Katze zum Zeitpunkt der Operation nicht rollig ist, da ansonsten ein erhöhtes Risiko für postoperative Blutungen besteht.

Fazit:

Um zu vermeiden, dass Katzen Junge bekommen beziehungsweise zeugen, sind Kastration und Sterilisation gleichermaßen effektiv. Die Kastration hat aber größere Auswirkungen auf das Tier und damit auch auf Herrchen und Frauchen. Da in die Hormonproduktion eingegriffen wird, entfällt der Trieb, sich fortzupflanzen, was generell dazu führt, dass die Tiere weniger gestresst und aggressiv sind. Erfahrene Katzenbesitzer, Tierschutzverbände und Tierärzte raten überwiegend zur Kastration, weil es sich um eine „vollumfängliche Lösung“ handelt, die für Tiere und Menschen nachteilige Verhaltensweisen abstellt.  

Folgen von Kastration und Sterilisation – Was verändert sich?

Eine Sterilisation hat keine Auswirkungen auf das Verhalten von Katzen, da durch das Zertrennen von Ei- und Samenleiter lediglich auf mechanische Weise verhindert wird, dass eine Befruchtung zustande kommt. Lassen Sie Ihre Katze kastrieren, geht das mit hormonellen und möglicherweise Verhaltensveränderungen einher, die aber in aller Regel als positiv wahrgenommen werden.

Nachteil: Manche Katzen werden nach der Kastration als faul und träge wahrgenommen, außerdem droht eine Gewichtszunahme, wenn die Futtermenge nicht reduziert wird. Bereits circa zwei Tage nach der Kastration nimmt der Appetit der Tiere merklich zu, die Nahrungsaufnahme steigt um etwa 20 Prozent, während gleichzeitig der Grundumsatz, also der Kalorienbedarf, um circa 30 Prozent sinkt. Es ist daher wichtig, die Futtermenge zu reduzieren, um sicherzustellen, dass Ihr Tier sein Gewicht hält. Ob Ihre Kätzin oder Ihr Kater nach dem Kastrieren dick wird, liegt in Ihren Händen!

Ob und wie sich das Verhalten von Katzen nach der Kastration ändert und ob diese Änderungen vom Besitzer eher als positiv oder negativ wahrgenommen werden, kann von Fall zu Fall unterschiedlich sein. Während der eine froh ist, wenn sein Stubentiger nicht mehr – manchmal buchstäblich – die Wände hochgeht, empfindet der andere sein Tier nach der OP womöglich als zu träge. Außerdem reagiert nicht jede Katze gleich auf die hormonelle Umstellung.

Kastration oder Sterilization bei Katzen

Was ist nach der Kastration/Sterilisation zu beachten?

Wird Ihre Katze vormittags kastriert, können Sie sie in aller Regel schon abends wieder vom Tierarzt abholen. Stellen Sie sicher, dass ein ruhiges, warmes Plätzchen zur Verfügung steht, an dem das Tier komplett aus der Narkose erwachen und sich ungestört erholen kann.

Hinweis: Die meisten Katzen sind von der Narkose noch sehr benommen. Legen Sie ihre Katze auf einer Decke oder in einem Körbchen auf dem Boden, nicht auf Stühlen oder der Couch. Andernfalls droht Absturzgefahr, wenn das Tier versucht, sich fortzubewegen.

Nach der OP verspürt Ihre Katze eine Zeitlang Schmerzen, was sich durch auffälliges oder sehr zurückgezogenes Verhalten äußern kann. Bei weiblichen Katzen kann es einige Tage dauern, bis sie wieder schmerzfrei sind, bei Katern ist nach ein bis zwei Tagen die Welt normalerweise schon wieder in Ordnung.

Ernährung nach der Kastration: Verändern Sie nicht komplett die Fütterungsgewohnheiten, sondern gestalten Sie lediglich die Portionen etwas kleiner. Falls Sie nach einigen Wochen oder Monaten nach der Kastration eine Gewichtszunahme Ihrer Katze feststellen, ist die Futtermenge noch zu groß. Hilfreich kann es sein, auf kalorienreduziertes Katzenfutter umzusteigen. Erhältlich ist sogar spezielles Futter für kastrierte Katzen, dessen Nährstoffprofil auf die spezifischen Bedürfnisse der Tiere zugeschnitten ist. Es kann langfristig dabei helfen, das Idealgewicht der Katze zu erhalten, da es über einen angepassten Energiegehalt verfügt, der auf den veränderten Stoffwechsel kastrierter Katzen abgestimmt ist. Lassen Sie sich übrigens nicht davon irritieren, wenn die Spezialnahrung als „Futter für sterilisierte Katzen“ bezeichnet wird. Sterilisation wird in dem Fall als Oberbegriff verwendet; es handelt sich um Futter für kastrierte Katzen.

Wann sollte ich meine Katze kastrieren lassen?

Der richtige Zeitpunkt für die Sterilisation oder Kastration Ihrer Katze hängt von verschiedenen Faktoren ab, im Wesentlichen von ihrem individuellen Entwicklungsstand. Als grobe Faustregel gilt, dass Katzen kastriert werden sollten, sobald sie die Geschlechtsreife erreichen, was bei den meisten Rassen zwischen dem 7. und 9. Lebensmonat der Fall ist. Warten Sie nicht zu lange! Ein einziges „Rendezvous“ Ihrer Freigänger-Katze mit einem nichtkastrierten Kater kann ausreichen, um Ihnen einen Wurf Katzenbabys zu bescheren.

Was kostet eine Katration oder Sterilisation?

Der Gebührenordnung für Tierärzte zufolge kosten Kastration und Sterilisation von Katzen gleich viel und schlagen bei Katern mit circa 20 bis 60 Euro und bei Kätzinnen mit 55 bis 175 Euro zu Buche. Der recht große Spielraum kommt dadurch zustande, dass Tierärzte basierend auf vielfältigen Faktoren den einfachen oder bis zu dreifachen Satz der Gebührenordnung berechnen. Zu diesen Faktoren gehören beispielsweise der individuelle Schwierigkeitsgrad, Zeitaufwand und örtliche Verhältnisse.

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