Das Magazin rund um Ihr Tier

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Artgerechte Haltung von Wasser- und Sumpfschildkröten

Der Abenteuerspielplatz im Wohnzimmer

Um den unterschiedlichen Lebensräumen der einzelnen Schildkrötenarten gerecht zu werden, ist es gut zu wissen, woher genau die zu pflegende Art stammt. Dementsprechend lässt sich das Aquaterrarium gestalten, so dass sich Ihre Pfleglinge auch wirklich wie Zuhause fühlen. Sind die Gegebenheiten in der Gefangenschaft der freien Wildbahn nachempfunden, können Sie artgerechtes Verhalten beobachten - Schwimmphasen, Futtersuche, Sonnen, Ruhen, Schlafen... ein Abenteuerspielplatz für Schildkröten fordert Ihre Kreativität.

Das Aquaterrarium

Für Schildkröten sind die Behälter aus der Aquaristik meist ungeeignet: Um einen Wasser- und einen Landteil zu bauen, sind die Aquarien nicht tief genug. Planen Sie das Zuhause der Schildkröten je nach Art und Größe, machen Sie eine Skizze und gehen Sie damit zum Glaser. Es lohnt sich, denn Sie müssen ja jederzeit so leicht und praktisch wie möglich Reinigen, Füttern und Pflegen. Im zooplus-Magazin-Artikel "Schmuckschildkröten - Kleine Racker mit großer Zukunft" finden Sie übrigens weitere Informationen zur Größe des Behälters.

Der Bodengrund

Glas pur ist zwar leicht zu reinigen, aber nicht artgerecht, da es spiegelt. Und KIES als Bodengrund macht nur Sinn, wenn Sie einen FILTER mit Bodenflutung besitzen. Wenn nicht, verwenden Sie lieber keinen Kies. Sicher, es sieht schöner aus. Aber es macht viel, viel Arbeit und verbraucht Unmengen von Wasser, das Sie zur Reinigung benötigen. In das Aquarium am Boden mit Silikon eingeklebte Steine müssen ständig geschrubbt werden. Bleibt nur eins, um den Tieren heimeligen Bodengrund vorzutäuschen: Legen Sie einfach zwischen Ihrer Styroporunterlage und dem Behälter eine dünne, farbige Folie. Dazu ein paar runde Kieselsteinchen ins Becken, die viele Schildkröten gerne zur Verdauung futtern - und fertig.

Die Sonneninsel

Kein Luxus, sondern Basis: Wasser- und Sumpfschildkröten brauchen eine leicht zu erklimmende Insel, auf der sie sich sonnen können. Ideal ist es, wenn die Schildkröten dort mit den richtigen Lampen die nötige UV-Dosis erhalten. Was das Material der Sonneninsel betrifft, achten Sie darauf, dass Holz unbedingt unbehandelt sein sollte. Baumrinde und Wurzeln aller Art müssen vor dem Einsetzen ins Aquarium "ausbluten". Dazu eine alte Wanne oder ähnliches mit Wasser füllen und einfach stehen lassen. Die braune Brühe, die sich darin entwickelt, schafft auch der beste Filter nicht. Vorsicht mit Ästen und Rinden, die Sie beim Spaziergang entdecken: Mit ihren winzigen Bewohnern, die Sie auf den ersten Blick nicht sehen, riskieren Sie den Rundum-Wurmbefall im Aquarium, der oft tödlich endet.

Die Verstecke

Selbst die sonnenhungrigsten Schildkröten brauchen Rückzugsmöglichkeiten. Nichts ist stressiger für die Tiere, als wenn sie ständig auf dem Präsentierteller sitzen müssen. Das fängt mit dem Standort des Aquariums an: Am besten ist ein zugfreies Plätzchen, das den Tieren Schutz und Ihnen Ruhe zum Beobachten bietet.
Was auch immer Sie als Versteck im Land- oder Wasserteil einbringen möchten - es sollte leicht zu reinigen, das heißt jederzeit entfernbar sein. Aber trotzdem so stabil, dass es nicht von den Tieren "weggeräumt" werden kann. Neugierigen Rambos ist es völlig egal, ob Sie den Stein als Ruhestein gedacht hatten - wenn er ihnen auf dem Landteil im Weg ist, dann muss er ins Wasser. Die nette Höhle im Wasserteil macht nur Sinn, wenn alle Tiere nicht nur rein- sondern auch herausschwimmen können. Verklemmt sich eine Schildkröte darin und gerät in Panik, weil sie weder vor- noch zurückkommt, kann sie schnell ertrinken.

Die Bepflanzung

Die meisten Wasserschildkröten fressen sämtliches Grünzeug hemmungslos und nehmen leider keine Rücksicht darauf, dass Sie die Pflanzen zur Dekoration gekauft haben. Sogar erreichbares Gewächs am Landteil wird geplündert. Bieten Sie Pflanzenfressern grüne Alternativen zum Futtern an und beschränken Sie sich auf Kunstpflanzen , die Sie einfach an der Wasseroberfläche treiben lassen. Sieht besser aus, als es klingt, und ist wie in der Natur - nur haltbarer. Kleine Schildkröten verstecken sich gerne in solchen Schwimmpflanzen und ruhen sich dort aus.

Wenn Ihr Landteil ganz abgetrennt vom Wasserteil ist, können Sie ihn bepflanzen. Über die Blumenerde eine dicke Schicht Kies einbringen, damit die Schildkröten nicht mit der Erde das Wasser verschmutzen. Geeignet sind nur ganz harte, robuste Pflanzen. Zum Verstecken können Sie grosse Pflanzen verwenden und die unteren Triebe abschneiden. Diese Art von Landteil ist für Sumpfschildkröten ein kleines Paradies - sie wandern gerne mal dort herum, und manche buddeln sich auch gerne darin ein.

Seiden- und Kunststoffpflanzen sind eine naturgetreue Alternative. Sie müssen nicht fest eingesetzt werden, sondern lassen sich ganz einfach in die meisten Materialien einstecken. Und sie erfüllen denselben Zweck wie ihre Kollegen aus der Natur.

Artikel von Christine Brüning
Foto: Antje Schulz


Weitere Informationen zu Schildkröten und andere Reptilien finden Sie im Online-Reptilienjournal



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