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Sibirische Streifenhörnchen – Anspruchsvolle kleine Kobolde

Die optimale Bahausung für die kleinen Kobolde sollte lieber zu groß als zu klein sein.

Das Sibirische Streifenhörnchen (Eutamias Sibiricus) erfreut sich in der Heimtierhaltung immer größer werdender Beliebtheit. Gerade wegen seiner quirligen Art, den Knopfaugen und dem niedlichen Aussehen zieht es immer mehr Menschen in seinen Bann. Jedoch sind diese kleinen Hausgenossen anspruchsvoller in der Haltung, als es zuerst den Anschein macht.

von Cornelia Kolmer



Das Sibirische Streifenhörnchen hat in Gefangenschaft eine Lebenserwartung von etwa 7 Jahren. Für Kinder ist so ein Nager allerdings ungeeignet, denn es ist ein reines Beobachtungstier, das seinen eigenen Kopf hat. Je nach geistiger Reife des Kindes gilt ein Alter ab 14 Jahren als Richtlinie.

Natürlicher Lebensraum
Das Sibirische Streifenhörnchen ist in der Natur in China, Nordjapan, Mongolei und Sibirien beheimatet. Es lebt überwiegend in Unterholzreichen Misch- und Nadelwäldern und bewohnt dort Erdbauten. Diese Erdbauten verfügen über mehrere Kammern, einer Schlafkammer, Kotkammer und Vorratskammer. Es besitzt ein eigenes Territorium, das es vor Artgenossen verteidigt. Nur zur Paarungszeit toleriert es andere Streifenhörnchen aber für eine kurze Zeit im eigenen Revier.

Den größten Teil des Tages verbringt es mit der Futtersuche, bei der hauptsächlich regional bedingt Knospen und Samen, wie zum Beispiel Bucheckern, Eicheln, Zirbelnüsse, Ahornsamen, Nüsse, junge Triebe, Getreide und Früchte auf dem Speiseplan stehen. Tierisches Eiweiß wird in Form von Insekten aufgenommen. Der Burunduk, wie das sibirische Streifenhörnchen auch genannt wird, ist ein sehr guter Kletterer. Dazu benutzt es die Sohlenballen und Krallen, der Schwanz dient als Stütze. Kurz nach dem Winterschlaf beginnt die Paarungszeit, bei dem das Weibchen durch Pfeiflaute dem Männchen die Paarungsbereitschaft signalisiert. Bei den Böckchen vergrößern sich die Hoden. Nach einer Tragzeit von 29 bis 31 Tagen kommen im Schnitt drei bis acht Junge zur Welt. Nach etwa acht Wochen, je nach Wurfstärke, sind die Jungtiere von der Mutter entwöhnt. Zu den natürlichen Fressfeinden gehören Greifvögel, Marder, Fuchs, Wildkatzen und Luchse.

Volierengröße
Der Bewegungsdrang der kleinen Kobolde ist enorm! Darum sollten Streifenhörnchen in Gefangenschaft in einer großen Voliere mit Mindestmaßen von ein mal ein Meter Grundfläche und zwei Metern Höhe untergebracht werden. Eine Voliere für ein Streifenhörnchen kann schnell zu klein, aber niemals zu groß sein.

Einrichtung
Als Ausstattung sollten zwei bis drei Nisthöhlen für Wellensittiche als Schlaf – und Bunkerstätte zur Verfügung gestellt werden. Auch Kletteräste von drei bis vier Zentimetern Durchmesser von z. B. Birke, Haselnuss oder Apfelbäumen dürfen nicht fehlen. Die Rückwand der Voliere kann man mit Hilfe von Pflanzstoffen, Hanfmatten oder Kokosmatten, noch attraktiver zum Klettern gestalten. Grasnester (ohne Drahtgestell), Blumentöpfe oder kleine Amphoren, Korkröhren, Baumstämme etc. werden gerne als zusätzliche Versteckmöglichkeiten angenommen. Als Aussichtsplattform zum Ausruhen oder Fressen können auf verschiedene Höhen Sitzbrettchen angebracht werden. Auch Hängematten werden gerne zum Dösen genommen. Das ein oder andere Streifenhörnchen hat eine feste Toilettenecke, in diese kann man z.B. eine Schale mit Einsteu oder Chinchillasand stellen, was die Säuberung erleichtert. Zur Fellpflege und wegen dem natürlichen Trieb, Tunnel und Kammern anzulegen, benötigt der Burunduk ein Erdbad. Dies kann ein kleines Aquarium oder eine größere Blumenschale sein. Als Erde kann man z.B. düngerfreie Blumenerde oder Kokosfaserziegel nehmen. Plastik hat in der Hörnchenvoliere nichts zu suchen.

Ernährung
Für Streifenhörnchen bietet der Zoohandel diverse Fertigfuttermischungen an. Zusätzlich nimmt das Streifenhörnchen auch gerne Kolbenhirse, Kardi, Kanariensaat, Flachs, Hafer etc. in Form von Ähren an. Dies ist nicht nur Abwechslung, sondern dient auch der Beschäftigung. Weiterhin sollten zusätzlich zwei bis drei verschiedene Nüsse täglich gefüttert werden. Hierbei können Walnuss, Haselnuss, Pecannuss, Pistazien (ungesalzen), Erdnüsse und Süßmandeln genommen werden. Als Eiweißfutter gibt man entweder Mehlwürmer, Heimchen oder Zophobas. Letztere beiden einmal täglich, ansonsten zwei bis drei Stück täglich. Dabei sollte zweimal in der Woche ein eiweißfreier Tag eingelegt werden. Obst oder Gemüse sollte ebenfalls täglich angeboten werden, jedoch kein Kohl und Salat – diese wirken blähend und stören die Verdauung der kleinen Hörnchen erheblich.

Zur Mineralstoffversorgung sollte je ein Mineralstein, sowie auch eine Sepiaschale in der Voliere angebracht werden. Zur Wasserversorgung reicht eine Trinkflasche, die täglich neu befüllt werden sollte. Aber Vorsicht, nicht jedes Burunduk kennt die Trinkflasche, besonders in der Anfangszeit sollte zusätzlich eine Wasserschale zur Verfügung gestellt werden.

Freilauf
Nach einer Eingewöhnungsphase von vier bis sechs Wochen sollte der tägliche Freilauf im Zimmer nicht fehlen. Das Hörnchen muss bis dahin allerdings schon soweit zahm sein, dass es sich nicht bei jeder Bewegung die man macht, versteckt. Der Auslauf sollte mindestens eine Stunde betragen, mehr ist natürlich besser. Dazu müssen Gefahrenquellen, wie Giftpflanzen, Kabel, schlecht zugängliche Stellen (wie z.B. Einbauschränke), Putzmittel, Medikamente etc. beseitigt werden.

Verhalten
Sibirische Streifenhörnchen sind tagaktive Tiere, die aber sehr einzelgängerisch leben: Der Burunduk wird keinen anderen Artgenossen dulden. Früher oder später kommt es bei in Gemeinschaft lebenden Hörnchen zu meist tödlichen Kämpfen.

Im Herbst legt das Sibirische Streifenhörnchen seine Vorräte an, dies kann auch begleitet sein durch aggressives Verhalten dem Halter gegenüber. Bisse und Kratzer sind in dieser Zeit keine Seltenheit. Im Winter legen viele Hörnchen Winterruhe oder Winterschlaf ein. Sie kommen nur noch selten nach draußen und die Zeiten, die sie in der Voliere oder dem Zimmer unterwegs sind, werden immer kürzer. Einige Hörnchen schlafen auch ein paar Wochen in ihrem Nest. In dieser Zeit dürfen sie nicht durch Nachschauen gestört werden. Der Stoffwechsel wird heruntergefahren und jede Störung mit dem verbundenen Aufwachen kann das Tier unnötig schwächen oder sogar töten.

Fotos: Cornelia Kolmer und Max Enders

Mehr Informationen gibt es auf der Homepage der Autorin unter http://www.burunduk.de.



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