Lachse sind Wanderer. Der Lachs schlüpft in den kalten Quellflüssen der großen Ströme oder in Mündungsnähe kleinerer Bäche aus dem Ei. Als Jungfisch wandert er dem Meere zu und verbringt dort im Ozean, fern der Küsten, den größten Teil seines Lebens. Zur Laichzeit sind besonders die Männchen oft bunt gefärbt. Sie und die Weibchen beginnen nun, von einem rätselhaften Orientierungssinn geleitet, die Wanderung aus dem Meer in den Fluss, in dem sie geboren sind. Dabei versperren ihnen oft Stromschnellen und Wasserfälle den Weg, und es ist erstaunlich, mit welch gewaltigen Sprüngen diese Fische solche Hindernisse bewältigen.
Ist der Lachs im Laichgebiet angekommen, wühlen die Weibchen eine flache Mulde in den kiesigen Grund, während die Männchen diesen Platz gegen Rivalen heftig verteidigen. Schließlich legt das Weibchen seine unzähligen Eier in der Grube ab, und das Männchen ergießt darüber seinen Samen, sodass sich das Wasser für einen Augenblick milchig trübt. Danach werden die Eier mit Kies bedeckt. Nun ist die Kraft der Eltern erschöpft. Schwach und wehrlos treiben sie flussabwärts. Die meisten sterben oder werden vorher eine leichte Beute der Bären, Möwen und Greifvögel. Die Jungen schlüpfen nach zweieinhalb Monaten oder noch später aus den Eiern. Ein, zwei oder drei Jahre bleiben sie in den Flüssen, bis eines Tages der unwiderstehliche Drang sie dazu führt, die große Reise zum Meer anzutreten.
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