Das Magazin rund um Ihr Tier

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Wellensittiche

Nachwuchs erwünscht?

Wellensittiche gehören mit zu den beliebtesten Haustieren. Wie schön, wenn dann auch noch Nachwuchs kommt. Bei diesen Vögeln gibt es jedoch bei der Familienplanung einige Punkte zu beachten:

Gesetzliche Vorgaben:

  • Selbst wenn Sie Ihre Wellis nur einmal brüten lassen möchten, müssen Sie bei dem für Ihre Gemeinde zuständigen Ordnungs-, Gesundheits- oder Veterinäramt eine Zuchtgenehmigung beantragen (Informationen vor Ort erfragen). Ziel dieser Verordnung ist es, der Verbreitung der Papageienkrankheit (Psittakose) vorzubeugen, die als Seuche Tier und Mensch gefährden kann und von Sittichen übertragen wird. Wenn Sie es versäumt haben, vor der Brut eine Genehmigung einzuholen, kann Ihnen diese nachträglich noch erteilt werden oder Sie melden die Brut dem zuständigen Amtstierarzt. Er wird dann aller Wahrscheinlichkeit nach diese Brut als Ausnahme genehmigen.

  • Nur gegen Vorlage einer Zuchtgenehmigung bekommt man beim Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. Fußringe für Sittiche. Mit der Beringung der Tiere wird gewährleistet, dass es sich um domestizierte Vögel handelt, und nicht um Wellensittiche, die in der freien Wildbahn, also in Australien, gefangen wurden. Unberingte Sittiche sind also illegal und dürfen nicht abgegeben oder verkauft werden.
Überlegungen vor der Brut
  • Muten Sie Ihren Wellensittichen nicht mehr als zwei Bruten im Jahr zu. Vor allem für das Weibchen ist die Überbelastung sonst zu groß.

  • Ab einem Alter von 10 Monaten können Sie Ihren Wellis eine Brut zutrauen.

  • Stellen Sie sich vorher die Frage: "Was geschieht mit den Jungvögeln?" Haben Sie genügend Platz und Zeit, um sich um sie zu kümmern oder haben Sie die Möglichkeit, die Tiere in gute Hände abzugeben?
Nistkasten

Jetzt müssen Sie Ihrem Pärchen einen Nistkasten zur Verfügung stellen. Achten Sie darauf, dass er den Bedürfnissen eines Wellensittich-Weibchens entspricht. Nur die Dunkelheit im Brutkasten führt dazu, dass die zur Eireifung notwenigen Hormone des Weibchens angeregt werden. Nistmaterial brauchen Wellensittiche nicht, denn sie bauen kein Nest. Der Nistkasten muss jedoch eine Mulde für die Eiablage enthalten. Ideal für den Brutkasten ist eine eingebaute Scheibe, die mit einer Holzwand versehen werden kann. Durch die Scheibe können Sie ab und zu das Gelege beobachten, ob auch alles in Ordnung ist. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie die Vögel dabei möglichst nicht stören und die Kontrolle nicht länger als ein paar Minuten dauert.

Eiablage und Brut

Hat das Männchen erfolgreich um das Weibchen geworben, legt die Henne innerhalb von zwei Wochen nach der Paarung 4-7 Eier. Für die Vogelmutter beginnt nun eine lange Zeit der Isolation, denn sie verlässt den Nistkasten lediglich zur Kotablage. Das Männchen ist während der gesamten Brutzeit für die Versorgung seiner Partnerin zuständig. Er füttert sie und bewacht das Bruthäuschen.

Die Jungen schlüpfen

Nach ca. 18 Tagen wird es spannend: die Küken beginnen zu schlüpfen. Mit ihrem Eizahn stoßen sie Löcher in die Schale und rufen piepsend nach der Mutter. Durch das Piepsen alarmiert, hilft sie ihren Sprösslingen, wenn sie es nicht von alleine schaffen, die Eischale zu sprengen. Haben sich die Küken den Weg in die Freiheit erkämpft, werden sie von der Mutter gefüttert und gewärmt. Sie wiegen gerade einmal zwei Gramm und sind nackt und blind. Spätestens jetzt sollten Sie das Nest regelmäßig kontrollieren, damit kein totes Küken im Nest bleibt.

Die Aufzucht

Für die Fütterung und Aufzucht der Kleinen bleibt die Mutter weiterhin im Nest. Das Männchen versorgt sie und die Jungvögel mit Futter, nimmt am Familienleben im Brutkasten aber nicht teil. Wenn Ihre Vögel Futter bekommen, das alle wichtige Bestandteile enthält, brauchen die Jungvögel kein spezielles Aufzuchtfutter. Bereits nach ca. 17 Tagen haben die Jungvögel das Gewicht eines erwachsenen Vogels (ca. 40 Gramm) erreicht. Sie entwickeln sich nun sehr schnell.

Liebevolle Geschwister

Was die Wellensittichfamilie auszeichnet, ist der Umgang der Jungvögel miteinander. Mit etwa drei Wochen füttern und kraulen sich die Geschwister gegenseitig. Jüngere Vögel werden von den größeren mit gefüttert und im gemeinsamen Erkunden und Spielen entwickeln sie ihr Sozialverhalten.

Das Nest verlassen

Im Alter von ca. 4-5 Wochen wagen die Vogelkinder ihre ersten Flugversuche und sind dann "flügge". Sie verlassen das sichere Nest, um die große aufregende Welt außerhalb des Brutkastens zu entdecken. Trotzdem werden sie weiterhin von den Eltern gefüttert, bis sie groß genug sind, um alleine Samen und Körner zu fressen. Erst wenn die Jungen ganz sicher ihre Tagesrationen alleine fressen können, dürfen die Tiere abgegeben werden. Normalerweise ist das nach 8 Wochen der Fall, bei einzelnen Tieren kann es schneller gehen oder länger dauern.

Jetzt fängt für jeden von ihnen ein neues, hoffentlich glückliches Vogelleben an.

Artikel von Yvonne Bückle
Fotos: IPO Bildagentur / Gräfe und Unzer Verlag


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